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Bayerische Landeskirche berät über die Segnung homosexueller Paare

Eine Arbeitsgruppe habe einen Abschlussbericht vorgelegt, der bei der Frühjahrstagung der Landessynode zur Abstimmung stehe

Zwei Frauen halten sich an den Händen

©epd-Bild/Stephan Wallocha

„Nach 25 Jahren ist die Zeit gekommen, einen Schritt weiter zu gehen und Segnungen homosexueller Paare im Gottesdienst zu ermöglichen“, betonte Oberkirchenrat Martin. (Foto: Symbolbild)

München/Schwabach (epd). In der bayerischen evangelischen Landeskirche könnte es künftig öffentliche Segnungen von homosexuellen Paaren geben. Eine Arbeitsgruppe habe dazu einen Abschlussbericht vorgelegt, der bei der Frühjahrstagung der Landessynode in Schwabach (15. bis 19. April) zur Abstimmung stehe, sagte Oberkirchenrat Michael Martin, der die Arbeitsgruppe leitet, im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Vorgeschlagen werde, dass Pfarrerinnen und Pfarrer nach ihrem Gewissen entscheiden sollen, ob sie gleichgeschlechtliche Paare segnen oder nicht.

In den meisten der bundesweit 20 evangelischen Landeskirchen können sich gleichgeschlechtliche Paare in einem Gottesdienst öffentlich segnen lassen. Handhabungen und Regelungen dazu unterscheiden sich allerdings mitunter erheblich. In manchen Landeskirchen wird die Segnung Homosexueller einer Trauung gleichgestellt. In anderen ist sie keine offizielle Amtshandlung. Ende November sprach sich die an die bayerische Landeskirche angrenzende Landeskirche Württemberg gegen die Segnung homosexueller Paare aus.

Dritte Ordnung soll entstehen

Mit der Segnung von homosexuellen Paaren solle in der bayerischen Landeskirche nun eine dritte Ordnung entstehen – neben den „Trauungen“ von heterosexuellen Paaren und den „Gottesdiensten anlässlich einer Eheschließung“ für Paare, bei denen einer kein Christ ist, erläuterte Oberkirchenrat Martin. Für die Arbeitsgruppe habe die „Fürther Erklärung“ von 1993 eine wichtige Rolle gespielt. Damals wurde betont, dass die Kirche durch die Ausgrenzung von Homosexuellen schuldig geworden sei, dass öffentliche Segenshandlungen für homosexuelle Paare aber nicht möglich seien.

„Nach 25 Jahren ist die Zeit gekommen, einen Schritt weiter zu gehen und Segnungen homosexueller Paare im Gottesdienst zu ermöglichen“, betonte Oberkirchenrat Martin. Die Arbeitsgruppe schlage daher vor, dass es unterschiedliche Interpretationen der biblischen Aussagen zu Homosexualität gebe, dass diese aber kein Anlass für Spaltungen sein dürften. Martin: „In der Kirche müssen wir mit Unterschieden leben – auch mit unterschiedlichen Deutungen biblischer Texte – ohne uns gegenseitig die Gemeinschaft in der einen Kirche aufzukündigen.“

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