Evangelische Friedenskirche

Informationen und Eindrücke aus unserer Gemeinde

Diakonie-Präsident: Tafeln sind keine Antwort auf strukturelle Armut

Berlin (epd). Nach der Kritik am Aufnahmestopp für Ausländer an der Essener Tafel fordert Diakonie-Präsident Ulrich Lilie mehr Anstrengungen im Kampf gegen die Armut in Deutschland. Die Vorgänge in Essen seien „auch ein klares Indiz für Versäumnisse in der Politik“, sagte der Chef des evangelischen Wohlfahrtverbandes am 24. Februar dem Deutschlandfunk Kultur.

Die Tafeln seien eine „wunderbare Bewegung“, die an vielen Stellen Not lindern, so Lilie: Sie seien aber „keine Antwort auf das strukturelle Armutsproblem in Deutschland“. Bundesweit gibt es rund 940 Tafeln, die überschüssige Lebensmittel sammeln und damit regelmäßig bis zu 1,5 Millionen Menschen versorgen.

Lilie: „Wir müssen darüber reden, wie wir mit Armut strukturell umgehen wollen, wie wir die Hartz-IV-Sätze besser machen.“ Die Regelsätze müssten dringend angepasst werden, mahnte Lilie. In Städten mit einer relativ hohen Zahl an Bedürftigen kämen zudem nun noch Flüchtlinge hinzu. Daher zeige sich hier auch ein Integrationsproblem.

Lilie fordert einen neuen Ansatz zur Armutsbekämpfung in Deutschland

Zu den Vorgängen in Essen sagte Lilie, er wolle von außen keine Ratschläge geben. Die Entscheidung bezeichnete er als „unglücklich“. Er wäre sinnvoll gewesen, man hätte sich vorher Beratung geholt, etwa vom Sozialdezernenten der Stadt. Eine solche Abstimmung hätte die Situation wohl entschärft.

Lilie forderte insgesamt einen neuen Ansatz zur Armutsbekämpfung in Deutschland. Ein Mittel dazu seien zum Beispiel kommunale Runde Tische. Wo in dieser Form mehr Austausch zwischen den Trägern stattfinde, gebe es oft weniger Probleme. Zudem bestehe ein hoher Abstimmungsbedarf mit der Politik.

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Junge Helden in der Smartphone-Welt

Auch Mina Sahovic (14) aus Frankfurt hat die Bremse gezogen. Und zwar nicht nur für die Fastenzeit – sie hat überhaupt alle sozialen Medien bis auf WhatsApp gelöscht. „Es war für mich wie eine Befreiung“, erzählt sie. Zuvor sei Instagram ihre Lieblings-App gewesen, zum Teilen von Bildern und Videos. Aber dann habe sie es nicht mehr gut gefunden, sich ständig mit Schönheiten zu vergleichen. Außerdem habe es sie gestört, viele Nachrichten zu bekommen von Personen, die sie gar nicht kannte. „Ich habe zu viel Zeit damit verbraucht“, sagt sie.

Mit ihrer Erkenntnis will sie anderen helfen: Mina hat sich zur „digitalen Heldin“ ausbilden lassen und führt Fünf- und Sechsklässler in den bewussten Gebrauch des Smartphones ein. Organisiert wird das vom Unternehmen „Digitale Helden“, einer gemeinnützigen GmbH mit sechs hauptberuflichen Mitarbeitern, die vor fünf Jahren in Frankfurt am Main gestartet ist und mit rund 100 Schulen zusammenarbeitet.

Medienkompetenz von Schüler zu Schüler

Es geht um Medienkompetenz von Schüler zu Schüler. In einem zweijährigen Onlinekurs trainieren sie an jeder Schule eine Arbeitsgruppe von zwei Lehrkräften und sechs bis zehn Schülern aus der achten und neunten Klasse. Diese geben als Multiplikatoren ihr Wissen dann an jüngere Schüler weiter und stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. In Frankfurt haben sich Anfang Februar 60 „digitale Helden“ zum Erfahrungsaustausch getroffen.

Mina stellt mit einer Freundin eine Präsentation über WhatsApp vor, die sie für den Klassenbesuch vorbereitet hat. „Kennst Du das auch, dass Du nicht gleich antwortest und dann sofort die Nachricht kriegst: Sind wir keine Freunde mehr?“, fragt ein Mädchen. Ein Junge hat täglich unverständliche Nachrichten bekommen. Mina erklärt, wie man auf WhatsApp Absender blockiert und Datenschutz-Einstellungen vornimmt.

Erste Hilfe bei Konflikt- und Notfällen

Auch in Konfliktfällen helfen die „digitalen Helden“: Emily (16) aus Bad Nauheim musste in so einem Fall eingreifen: In einer sechsten Klasse sei ein Video über eine halbnackte Klassenkameradin kursiert. Die „digitalen Helden“ hätten auf Bitte der Betroffenen mit der Klasse gesprochen und erreicht, dass die Schüler das Video löschten. Die Betroffene habe zugestimmt, dass ein Lehrer hinzugezogen wurde.

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Gespräche über Gott und die Welt

Gespräche über Gott und die Welt

23.02.2018News

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©Thomas Weber

Deutsche Athleten bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea.

„Was? Das haben wir gar nicht gewusst, dass auch zwei Pfarrer die Mannschaft begleiten.“ Viele sind erstaunt, wenn wir uns als Seelsorger vorstellen. Pfarrer am Rande des olympischen Großereignisses anzutreffen, scheint etwas Außergewöhnliches zu sein. Und unsere Begegnungen sind tatsächlich vielfältig.

Zum deutschen Olympiateam gehören ja im weiteren Sinn nicht nur die 400 Sportlerinnen und Sportler, Trainer, Betreuer, Ärzte, Physiotherapeuten und Offiziellen, sondern eigentlich auch die mitgereisten Familienangehörigen, die Fans (allerdings sind es in Südkorea nicht sehr viele) und Journalisten. Dabei sind wir nicht nur Ansprechpartner im Hintergrund, sondern hören auch aus erster Hand, welche Bedeutung christlicher Glaube und Kirche im Leben der Menschen spielen oder auch nicht. Durch uns bekommen die Kirchen hier vor Ort ein Gesicht.

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Protestantismus in Deutschland würdigt Billy Graham

Protestantismus in Deutschland würdigt Billy Graham

23.02.2018News

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©epd-Bild/Norbert Neetz

Billy Graham 1993 bei einer Veranstaltung in Deutschland.

Protestanten in Deutschland haben die missionarische Leistung des verstorbenen US-Baptistenpredigers Billy Graham gewürdigt. Thies Gundlach, theologischer Vizepräsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sagte: „Mit Billy Graham ist am Mittwoch einer der bekanntesten Prediger des 20. Jahrhunderts gestorben. Auch im deutschen Protestantismus hat Graham mit seinen Predigten und den von ihn geprägten Veranstaltungen viele Menschen für die Botschaft des Evangeliums begeistert.  Die Evangelische Kirche ist dankbar für seine Rolle in der ökumenischen Verständigung und seinen Einsatz für die Weitergabe des christlichen Glaubens.“

Graham habe unzweifelhaft nicht nur weltweit, sondern gerade auch in Deutschland viele Spuren hinterlassen, erklärte auch die theologisch konservative Deutsche Evangelische Allianz am 21. Februar im thüringischen Bad Blankenburg. Graham habe seit den 50-er Jahren auch Tausende Deutsche zum christlichen Glauben geführt.

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Reformationstag wird neuer Feiertag in Schleswig-Holstein

Kiel (epd). Der Reformationstag (31. Oktober) ist künftig in Schleswig-Holstein ein arbeitsfreier Feiertag. Das beschloss der Kieler Landtag am 22. Februar mit großer Mehrheit. Für den zusätzlichen Feiertag stimmten Abgeordnete von CDU, SPD, Grünen und AfD. In Hamburg, Bremen und Niedersachsen wird ebenfalls über einen weiteren Feiertag diskutiert. Der Reformationstag verschaffe einem bedeutendem Ereignis die angemessene Aufmerksamkeit, sagte CDU-Fraktionschef Tobias Koch. Der neue schul- und arbeitsfreie Tag sei kein „Deckmantel für mehr Freizeit“, sondern künftig ein „verbindendes Element für den norddeutschen Raum“.

Die historischen und kulturellen Wurzeln vergegenwärtigen

Der Reformationstag biete die Gelegenheit, „die historischen und kulturellen Wurzeln unseres gesellschaftlichen Miteinanders und Zusammenlebens in Freiheit, Würde und Demokratie zu vergegenwärtigen“, sagte der Nordkirchen-Bischof Gothart Magaard (Schleswig). „Gemeinsam möchten wir dabei auch danach fragen, welche Impulse der Erneuerung wir heute für unsere Kirche und unsere Gesellschaft brauchen“, erklärte der evangelische Theologe.

Der katholische Erzbischof Stefan Heße zeigte sich hinggegen irritiert darüber, „dass gerade im politischen Raum offensichtlich keine Zeit war, um sich mit den unterschiedlichen Ansichten zu diesem Thema auseinanderzusetzen und eine breite gesellschaftliche Diskussion herbeizuführen“. Er akzeptiere aber die Entscheidung des Parlaments, einen evangelisch-lutherischen Feiertag besonders zu schützen.

Alle Parteien befürworteten einen zusätzlichen Feiertag

Vorausgegangen waren monatelange Diskussionen. Alle Parteien befürworteten schnell einen zusätzlichen Feiertag, waren sich aber über das Datum nicht einig. Die FDP hatte lange den 23. Mai als „Tag des Grundgesetzes“ favorisiert, grundsätzlich sahen die Liberalen keine zwingende Notwendigkeit für einen neuen Feiertag. Die Grünen nannten den Weltfrauentag am 8. März als Wunschtermin. Schließlich setzte sich auch in der Jamaika-Koalition der Wille nach einer gemeinsamen norddeutschen Lösung mit dem Reformationstag durch, für die zuvor schon Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) geworben hatte und die auch von der AfD getragen wird.

Diskussion auch in weiteren Bundesländern

Die Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachen hatten sich Anfang Februar auf eine gemeinsame Linie zu einem zusätzlichen Feiertag verständigt und dabei für den 31. Oktober plädiert. Die Bremische Bürgerschaft sprach sich am 21. Februar in erster Lesung für diesen Tag aus. Die Hamburgische Bürgerschaft hat das Thema am 28. Februar auf der Tagesordnung. Lediglich in Niedersachsen wird in den Fraktionen noch intensiv diskutiert, so dass ein Termin für eine Entscheidung noch nicht feststeht.  Ein Grund für die Initiative der Nordländer ist das Ungleichgewicht der Anzahl der Feiertage in Nord- und Süddeutschland. Niedersachsen und Bremen gehören mit Hamburg, Berlin und Schleswig-Holstein zu den Ländern mit nur neun Feiertagen. Bayern hat hingegen 13 Feiertage, Baden-Württemberg zwölf.

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Verbunden im Gebet

Verbunden im Gebet

23.02.2018News

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©Weltgebetstag/Heiner Heine

Das surinamische Komitee des Weltgebetstags.

„Bald ist es soweit und am Freitag, 2. März wird rund um den Erdball der Weltgebetstag 2018 gefeiert. Als diesjähriges Schwerpunktland sind wir in Surinam sehr aufgeregt und zugleich geehrt, im Fokus all eurer Gebete stehen zu dürfen“, schreiben die Frauen des surinamischen Weltgebetstagskomitees.

Der Weltgebetstag wird jedes Jahr von christlichen Frauen aus einem anderen Land vorbereitet und am ersten Freitag im März in mehr als 120 Ländern rund um den Globus gefeiert. Glaube, Gebet und Handeln für eine gerechte Welt gehören in der weltweit größten ökumenischen Frauenbewegung untrennbar zusammen. In diesem Jahr kommen die Gebete, Texte und Lieder aus dem südamerikanischen Surinam. Unter dem Thema „Gottes Schöpfung ist sehr gut!“ laden Frauen in mehr als 120 Ländern zu ökumenischen Gottesdiensten ein.

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EKD begrüßt Votum katholischer Bischöfe zum Abendmahl

EKD begrüßt Votum katholischer Bischöfe zum Abendmahl

22.02.2018News

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Hannover (epd). Die evangelische Kirche hat den Schritt der katholischen Bischöfe hin zu einem gemeinsamen Abendmahl konfessionsverschiedener Ehepaare begrüßt. Dies markiere nicht nur einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg der Ökumene, erklärte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, in Hannover. Es stelle auch für Menschen, „die nicht nur ihren Glauben an Jesus Christus, sondern auch ihr Leben miteinander teilen“, eine echte Erleichterung dar, sagte er. Zum Abschluss der Frühjahrskonferenz der katholischen Deutschen Bischofskonferenz hatte deren Vorsitzender Reinhard Marx eine Handreichung angekündigt, die die gemeinsame Teilnahme an der Eucharistiefeier für Ehepaare, bei denen ein Partner katholisch und der andere evangelisch ist, möglich macht. Priester sollen dies im Einzelfall beurteilen. Das Verständnis des Abendmahls ist nach wie vor einer der größten Unterschiede zwischen Katholiken und Protestanten. An katholischen Abendmahlfeiern dürfen bislang in der Regel nur Katholiken teilnehmen.

Das Abendmahl ist von zentraler Bedeutung

„Die Entscheidung macht deutlich, dass das Bedürfnis konfessionsverbindender Ehepaare, gemeinsam an den Tisch des Herrn treten zu können, von der Bischofskonferenz gehört und gewürdigt wird“, sagte Bedford-Strohm. Der bayerische Landesbischof ergänzte, die evangelische Kirche hoffe weiterhin darauf, dass eine Teilnahme konfessionsverschiedener Paare auch am evangelischen Abendmahl möglich gemacht werde. Dies wird bislang von der katholischen Seite untersagt. Das Abendmahl ist im Christentum von zentraler Bedeutung. Der Streit um das Verständnis des Abendmahls reicht in die Zeit der Reformation zurück. Dabei geht es unter anderem um die Bedeutung der Elemente Brot und Wein und darum, wer das Sakrament verwalten darf. Aus evangelischer Sicht sind alle getauften Christen zum Abendmahl zugelassen.

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Löhne in der Diakonie steigen 2018 um 5,4 Prozent

Berlin (epd). Die evangelische Diakonie erhöht in diesem Jahr die Löhne und Gehälter um 5,4 Prozent. Die Beschäftigten erhalten zum 1. März drei Prozent mehr, wie der Bundesverband der Diakonie am 21. Februar in Berlin mitteilte. Zum 1. Dezember gibt es weitere 2,4 Prozent. Zum 1. April 2017 waren die Entgelte bereits um 2,7 Prozent erhöht worden. Darauf haben sich die Vertreter der Arbeitnehmer und der Betriebe nach monatelangen Verhandlungen geeinigt. Das Tarifergebnis wird für 150.000 der insgesamt rund 450.000 Diakoniebeschäftigten wirksam.

Ärzte erhalten ab dem 1. Mai weitere 1,6 Prozent mehr Entgelt, wie es weiter hieß. Ihre Vergütungen waren bereits im vergangenen Jahr um fünf Prozent erhöht worden.

Schwierige Wettbewerbssituation in der Pflege

Die Einigung sieht außerdem eine Eigenbeteiligung der Beschäftigten an den Beiträgen zur kirchlichen Zusatzrente vor. Danach zahlen die Arbeitgeber 4,7 Prozent vom Gehalt zusätzlich an die Altersvorsorge. Übersteigt der Beitrag an die Zusatzrente diesen Anteil, wird er von Arbeitgeber und Arbeitnehmer paritätisch finanziert. Der Höchstbeitrag für die Eigenbeteiligung für die Beschäftigten wird auf 1,0 Prozent begrenzt.

„Mit diesem Ergebnis erhalten die diakonischen Einrichtungen zwar Rechts- und Planungssicherheit, sie werden aber auch an die Grenze ihrer wirtschaftlichen Belastbarkeit gebracht“, sagte Christian Dopheide, Vorstandsvorsitzender des Verbandes diakonischer Dienstgeber in Deutschland. Insbesondere für die diakonischen Unternehmen im Norden und Osten Deutschlands sowie in bestimmten Branchen wie etwa der Pflege sei der Kompromiss aufgrund der schwierigen Wettbewerbs- und Refinanzierungssituation „nur schwer verkraftbar“.

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Kirchenrechtler: Religionsunterricht mehr als „begleitete Sinnsuche“

Kirchenrechtler: Religionsunterricht mehr als „begleitete Sinnsuche“

21.02.2018News

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©epd-Bild/Meike Böschemeyer

Hamburg (epd). Der Kirchenrechtler Hans Michael Heinig bedauert, dass sich der Religionsunterricht in der Praxis „immer weiter vom ursprünglichen verfassungsrechtlichen Idealzustand“ entferne. Der evangelische und katholische Religionsunterricht komme zunehmend in schweres Fahrwasser, schrieb Heinig in der „Zeit“-Beilage „Christ und Welt“ unter Verweis auf Entwicklungen wie den kooperativen Religionsunterricht, bei dem die Kirchen wegen zurückgehender Schüler- und Lehrerzahlen zusammenarbeiten - „obwohl die theologischen Differenzen kirchentrennend fortbestehen“. Hinzu komme ein tiefgreifender Wandel in der Religionspädagogik.

Religionsunterricht aktuell ist eine „Kummer- und Kümmerstunde“

Religionsunterricht sei heutzutage „zu weiten Teilen von Lehrern begleitete individuelle Sinnsuche der Schüler, das Aufspüren impliziter religiöser Erfahrungen im Alltag der Heranwachsenden oder schlicht die Kummer- und Kümmerstunde im hektischen, von Prüfungsstress geprägten Schulalltag“, schrieb der Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Kirchenrecht und Staatskirchenrecht an der Universität Göttingen weiter. Wo religiöse Konflikte wie Streit über das Verständnis von Fasten oder Bekleidungsregeln auftauchten, „ist es für Lehrerkollegien bequem, das Problem an Religionslehrer zu delegieren“, schrieb Heinig. „Der Religionsunterricht soll dann auch noch den Schulfrieden sicherstellen.“

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„Es lebe die Freiheit“

„Es lebe die Freiheit“

22.02.2018News

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©epd-Bild/Michael McKee

Gedenken an die Geschwister Scholl: Unter dem Lichthof der Universität München erinnert eine Dauerausstellung an die „Weiße Rose“. Dort hatten Hans und Sophie Scholl Flugblätter ausgelegt.

Sehr verunsichert und mit bebendem Herzen betrat er die Zelle des 24-jährigen Studenten Hans Scholl im Münchner Gefängnis Stadelheim. Denn er habe nicht gewusst, wie er den Todeskandidaten in der kurzen Frist vor der Hinrichtung seelsorgerlich begleiten könne, schrieb Pfarrer Karl Alt in seinen Erinnerungen. Hans Scholl (1918-1943) habe ihn nach einem „festen Händedruck“ gebeten, den Psalm 90 („Herr, du bist unsere Zuflucht für und für“) und das berühmte „Hohelied der Liebe“ zu lesen.

Danach spendete ihm der Theologe das Abendmahl. „Ich bin ganz stark und ruhig“, ließ Hans Scholl seinen Eltern ausrichten. Seine letzten Worte vor dem Fallbeil waren „Es lebe die Freiheit“.

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Christliches Zeugnis in einem krisengeschüttelten Land

Christliches Zeugnis in einem krisengeschüttelten Land

21.02.2018News

Sonntag Reminiszere: EKD-Auslandsbischöfin Petra Bosse Huber ruft zum Gebet für für bedrängte und verfolgte Christen auf

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©epd-Bild/Katja Buck

Gegründet im vierten Jahrhundert, zählt das Amba Bischoy-Kloster zu den bedeutendsten christlichen Stätten in Ägypten.

Der Psalm für die am Sonntag Reminiszere 2018 beginnende Woche spricht von Klage und Zuversicht. An diesem Sonntag denken wir in besonderer  Weise an Menschen, die genau dies erfahren: die Trauer darüber, dass sie Gott nicht finden können in ihrem Leid, und die unverbrüchliche Hoffnung, ja Überzeugung, dass Gott sie dennoch nicht im Stich lässt.

Wir verbinden mit diesem 2. Sonntag der Passionszeit die Fürbitte für bedrängte und verfolgte Christen. In diesem Jahr möchten wir auf die Situation der  Kirchen in Ägypten aufmerksam machen. Hier lebt heute die größte christliche Gemeinde des Nahen Ostens. Etwa 10 Prozent der rund 90 Millionen Ägypter sind Christen, die meisten von ihnen gehören der Koptischen Kirche an. Ihre Geschichte ist durch die Jahrhunderte eine sehr schmerzhafte und gleichzeitig eine sehr mutige. Die Kirchen der Nil-Synode und auch die Deutschsprachige Evangelische Gemeinde in Kairo verbindet die Hoffnung, ihr christliches Zeugnis auch in Zukunft in dem krisengeschüttelten Land leben zu können auch und gerade, da es  keine Religionsfreiheit gibt.

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Die späte Ernte des Bischofs Bursche

Die Hobby-Forscher Klaus Leutner und Pawel Wozniak haben auf ihrer Spurensuche die Urne von Juliusz Bursche ausfindig gemacht und mühsam die Ereignisse rekonstruiert. Sie lasen sich durch Krankenhausakten, suchten das nächst gelegene Krematorium und baten die Friedhofsverwaltung um Hilfe. Nach und nach konnten sie so das Puzzle zusammensetzen. Gestorben ist Bischof Juliusz Bursche an einer Lungenentzündung im Polizeikrankenhaus in Berlin-Mitte nach zweijähriger Internierung im KZ Sachsenhausen. Er wurde eingeäschert und auf dem Gemeindefriedhof in Berlin-Reinickendorf beerdigt. Es war ein besonderer Moment, als Bischof Markus Dröge am 29. Oktober 2017 bei den zentralen Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum in der Warschauer Kirche Sankt Trinitatis diese Unterlagen überreichen und der Familie mitteilen konnte, wie Bischof Juliusz Bursche ums Leben kam.

Ein Mensch, der das Leben umarmte

Ums Leben kam – wie tragisch treffend die Redensart für jemanden wirkt, der, wie sein Urenkel Juliusz Gardawski erzählt, ein Mensch war, der das Leben umarmte, der den Sommer über in seinem Garten Rosen und Bäume pflanzte, der sich eine Zigarre und ein Gläschen Wein am Tag gönnte, der die Musik liebte und das polnische evangelische Gesangsbuch mitverfasste. Er hatte es sich zur Pflicht gemacht die Protestanten in Polen zu einen, denn Nationalität war kein Maßstab für ihn, wenn es um den Glauben ging. Eine Haltung, die im deutsch-besetzten Polen brandgefährlich war und für die Bursche am Ende mit seinem Leben bezahlen sollte. Er nannte es in einem seiner Briefe, die er aus dem Lager nach Hause schickte, die „Tragödie meines Lebens“, dass sein Lebenswerk „eine kräftige, einflussvolle, evangelische Kirche, die Polen und Deutsche eint“, nun zerstört werde.

Die Geschichte Polens und Deutschlands ist wechselvoll und über lange Zeit von Leid geprägt. Sie beginnt nicht erst mit dem Überfall der Nazis 1939. Um zu verstehen, warum den Deutschen sogar die Asche des Bischofs Angst machte, muss man weiter zurückgehen. Juliusz Bursche stammte von deutschen evangelischen Einwanderern ab, die sich in Polen, damals Kongresspolen, niedergelassen hatten. Juliusz Bursche gehörte zur zweiten Generation, die in Polen aufwuchs und das Land als seine Heimat begriff. Die Familie gehörte zum Bürgertum. Im Hause wurde deutsch gesprochen und die lutherische Reformation war identitätsstiftend. Sein Vater war Vikar und so lag es nahe, dass auch Juliusz Bursche eine theologische Laufbahn anstrebte.

Im Geiste einer protestantischen Ökumene

Als Erwachsener war er überzeugter Verfechter einer polnischen Unabhängigkeit, ohne jedoch seine deutschen Wurzeln zu vergessen. Sein Urenkel sagt: „Die Familie lebte in einem polnischen Haus, in dem deutsch gesprochen wurde.“ Vor diesem Hintergrund war es naheliegend, dass Bursche im Geiste einer protestantischen Ökumene versuchte, die evangelischen Christen in Polen, eine Minderheit in dem katholischen Land, zu einen. Die Sprache der Andacht und des Gebets dürfe die Gläubigen nicht trennen, davon war er überzeugt. Vielmehr müsse man sich auf das Gemeinsame besinnen und in der Tradition lutherischer Freiheit friedlich miteinander glauben. Diese moderne, übernationale Haltung wurde ihm, wie vielen anderen der deutschen und polnischen intellektuellen Elite, zwischen den Weltkriegen zum Verhängnis. Die Nazis warfen ihm eine „Polonisierung“ der Deutschen vor und die Kirchenleitung hatte sich im Zuge der Gleichschaltungs-Politik längst in die Gefolgschaft der deutschen Besetzer ergeben.

Kirchenhistoriker und Bursche-Forscher Bernd Krebs schreibt dazu: „Durch ihre offene Zustimmung zum 'nationalen Aufbruch' in Hitler-Deutschland, die fast pathologisch zu nennende Verklärung der dortigen Zustände und durch ihre weitreichenden Zugeständnisse gegenüber der neuen 'Volksgruppen'-Führung, hatten sich Kirchenleitung und Pastorenschaft längst in eine folgenreiche Abhängigkeit begeben.“

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Mit langem Atem gegen Rechtsextreme

Mit langem Atem gegen Rechtsextreme

21.02.2018News

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©epd-Bild/privat

Pastor Wilfried Manneke demonstriert 2013 in Eschede bei Celle gegen ein Treffen von Neonazis.

Unterlüß/Berlin (epd). Wilfried Manneke lässt sich nicht einschüchtern. Immer wieder geht der 64-Jährige auf die Straße, um gegen Umtriebe von Neonazis zu demonstrieren. In der südlichen Lüneburger Heide, wo er evangelischer Pastor ist, kommen regelmäßig Rechtsextremisten zu Treffen zusammen. Manneke hat einen langen Atem, wenn es darum geht, das nicht einfach hinzunehmen. Er gehört zu den Kirchenvertretern in Deutschland, die sich prominent positionieren und sich auch von Drohungen nicht abschrecken lassen. Dafür zeichnet ihn der Zentralrat der Juden in Deutschland in diesem Jahr mit dem Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage aus, der mit 5.000 Euro dotiert ist.

Bevor Manneke 1995 in die Heide kam, war er 13 Jahre lang als Auslandspastor der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Südafrika tätig – noch unter dem System der Rassentrennung. Das hat ihn geprägt. „Ich habe erlebt, was eine menschenfeindliche Ideologie anrichten kann. Rassismus spaltet die Gesellschaft“, sagt der Theologe. „Das hat mich sensibel gemacht.“

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Gegen Gewalt im Naturparadies

Gegen Gewalt im Naturparadies

02.03.2018News

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©epd-Bild/Heiner Heine

Gewalt ist leider ein großes Thema in Surinam: Die Sozialarbeiterin Lucia Monsanto von der Stiftung „Stop Geweld Tegen Vrouwen“ (Stoppt Gewalt gegen Frauen), bei einem Beratungsgespräch.

Im tropischen Naturparadies Surinam bewegt sich etwas. Kirchen, Ministerien und Unternehmen ergreifen Partei in dem südamerikanischen Land. Zu lange sei man nachsichtig mit Männern gewesen, die ihre Frauen und Kinder schlagen, erklärt Margo Bean, Direktorin der Stiftung „Stop Geweld Tegen Vrouwen“ (Stoppt Gewalt gegen Frauen). Doch nun gehe die Gesellschaft dagegen vor. Die Kooperation überspringt religiöse und ethnische Grenzen in Surinam, aus dem die Lieder und Texte für den diesjährigen christlichen Weltgebetstag der Frauen am 2. März kommen.

„Wir sind Anlaufpunkt für Frauen und Mütter, die aus dem Teufelskreis von Schlagen-Vergeben-Wieder-Schlagen herauswollen“, sagt Bean. „Und für Männer, die so erschreckt sind über die eigene Brutalität, dass sie lernen wollen, ihre Aggressionen anders auszuleben.“ Mittlerweile schule die Organisation Lehrer und Polizisten, damit sie den richtigen Umgang mit Opfern und Tätern finden.

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Die Menschen lieben lernen

Die Menschen lieben lernen

17.02.2018News

In der Deutsch-Koreanischen Gemeinde München begegnen sich Menschen mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten

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©Sabine Oberpriller

Pfarrer Jong-Wook Kim.

München Olympiadorf. Raus aus der U-Bahn geht es in einen Urwald aus Farben, Formen und Gegensätzen, wie sie in einen der mystischen, bildgewaltigen Filme aus Asien passen könnten. Wild begrünte Terrassenhäuser wechseln mit Betontürmen, durch die finstere Passagen an muffigen 24-Stunden-Kiosken vorbei führen. Dazwischen Brunnen, Skulpturen, verwinkelte, verwirrende Gassen, in denen sich die Familie mit Buggy und der Herr mit Dackel verlieren und wieder kreuzen – und die Koreaner, die ebenfalls von der U-Bahn und der Bushaltestelle auf vielen Wegen zu ihrem Gemeindesaal huschen, sich kreuzen und wieder verlieren.

Im Sitzrondell vor dem Eingang sitzt eine verträumte schmale Asiatin und hält das Gesicht in die Sonne – soweit es geht. Auf dem dicken schwarzen Haar ein breitkrempiger Strohhut. „Sie stören“, sagt sie plötzlich mit rüder Stimme. „Gehen Sie weg.“

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Aber die Liebe ist die größte ...

Aber die Liebe ist die größte ...

13.02.2018News

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©Pixabay/Free-Photos

©Pixabay/StockSnap

©Pixabay/designedbyjess

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Innendrin bleibt eine Leere

Innendrin bleibt eine Leere

06.02.2018News

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©Sabine Oberpriller

Karaoke-Singen gehört im Gottesdienst der chinesischen Gemeinde dazu.

Es gibt ein chinesisches Schriftzeichen für den Begriff „Religion“, das sieht aus wie ein Boot mit Menschen darin. Ein Boot mit Menschen! Wie im neuen Testament. Wenn er über die christliche Geschichte in China reden kann, schimmern Sam Tjons Augen und er wird ganz eifrig, der sonst eher ruhige, knabenhafte Mann mit der wachen Stimme. Christentum und China, das passt für ihn zusammen, seit im Mittelalter die ersten Missionare ins chinesische Reich kamen. Kluge Menschen, und China hatte Platz für sie, für viele Weltanschauungen, für Glaube. Bis zur Kulturrevolution in den Sechzigern. Im Moment sind sehr viele Chinesen vor allem kleine Rädchen in einem großen Getriebe.

Sam Tjon ist anders. Er ist in Deutschland aufgewachsen. Er ist Christ, weil seine Eltern Christen sind. Der Glaube und Sam? „Lasst uns nicht lieben mit Wort und Zunge, sondern mit Tat und Wahrheit“, zitiert er. Deshalb hat er mit seinen Eltern und Bekannten diese Kirchengemeinde aufgebaut, hat eine Pfarrerin gefunden. Er will den Neuankömmlingen dabei helfen, Sinn zu finden. Deutschland aus chinesischer Sicht ist faszinierend: Die Menschen arbeiten, haben Zeit, es geht ihnen gut, sie reden frei, das Land ist gerecht – und überall diese Kirchtürme! „Chinesen sehen da einen Zusammenhang“, sagt Sam Tjon. In China lernen die Menschen zu leisten und zu besitzen. Aber innendrin bleibt eine Leere. Das, was die Deutschen erfüllt, das wollen sie auch. Also suchen sie in der Kirche – und entdecken das Christentum.

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Nah an Gott sein, ohne Hass

Nah an Gott sein, ohne Hass

06.02.2018News

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©Sabine Oberpriller

„Danke, dass du uns gerettet hast!“ singen die Oromo-Frauen.

Betty hat eine feine Nase, dunkle Augen mit tiefen Ringen darunter und krauses Haar. Mit Betty stellt sie sich der Einfachheit halber vor. Als Assefa Belaynesu ist sie nach Europa gereist. Es war ein weiter Weg aus dem Dorf in Äthiopien, in dem sie und andere Oromo wohnen. Nach zermürbenden Bürgerkriegen hat die äthiopische Verwaltung ihnen zwar erlaubt, ihre Sprache zu sprechen. Aber zugleich seien sie in die weniger erschlossenen Randgebiete verdrängt worden, erzählt Betty. Wer sich jetzt für die Unabhängigkeit der Oromo einsetzt, wird verfolgt. Und Betty, die Lehrerin, berichtete in der Schule von den Ungerechtigkeiten, die Oromo in ihrer Vergangenheit erfahren haben, bis auch sie abgeholt und unter Druck gesetzt wurde. Sie erzählt vom Marsch durch den afrikanischen Kontinent, vom Warten auf ein Boot. Wie sie da zusammengepfercht saßen, so sehr, dass sie ihre Haltung kaum wechseln konnte, tagelang ging das. Die Füße schliefen ihr ein, sie bekam Druckstellen. Das Boot aber, das merkten sie nach ein paar Stunden, hatte ein kleines Loch. Betty betete. Sie hörte nicht auf, bis Matrosen sie von dem schon ganz schlotteringen Gummiboot auf ein größeres Schiff zogen.

Geflohene haben sich neue Existenzen aufgebaut

Sonntags in der Christus-Emanuel-Kantkirche in Frankfurt singt sie nun aus vollem Hals die Dankeslieder mit: „Danke, dass du uns gerettet hast!“, „Danke, dass du das Böse von uns genommen hast“, „Danke“. Und etwa fünfzig weitere Oromo singen mit ihr, gekleidet in feinem Zwirn, die Frauen tragen Federohrringe oder Kreolen, die Älteren Hüte und farbige Blusen. Die Oromo in Deutschland haben viel Grund, Gott dankbar zu sein. Die Volksgruppe lebt in Somalia und Kenia, vor allem aber in Äthiopien. Mehrere Generationen sind seit den 60ern von dort vor Bürgerkriegen und Verfolgung nach Europa geflohen, durften bleiben, haben sich mit viel Fleiß kleine Existenzen aufgebaut. „Wir sind der Beweis dafür, dass Gott es gut mit uns meint“, sagen die deutschen Oromo. Auch wenn hier, im modernisierten, grellen Europa andere Gefahren drohen: gulegule zu verfallen, der Rastlosigkeit, der kopflosen Rennerei.

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Hoffnungszeichen setzen – in Syrien und seinen Nachbarländern

Hoffnungszeichen setzen – in Syrien und seinen Nachbarländern

03.02.2018News

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©epd-Bild/Thomas Lohnes

Syrische Flüchtlingsfrau mit Kindern in der türkischen Grenzstadt Akcakale (Archivbild)

In der Passionszeit steht uns Jesus Christus als der große Schmerzensmann vor Augen: In seinem Leidensweg ist alles eingeschlossen, was Menschen erleben an Not und Tod, an Unrecht und Gewalt. In seinem Kreuzestod nimmt er alles menschliche Fehlverhalten auf sich, das solches Leiden hervorbringt und solidarisiert sich mit den Opfern von Katastrophen, Kriegen, Verletzungen. Wenn wir uns Passion und Kreuzigung Christi in diesen Wochen vergegenwärtigen, dann sollen wir auch die Anklage gegen die allgegenwärtige Gewalt auf der Welt wahrnehmen und uns an Jesu Seite stellen, indem wir uns für all jene einsetzen, die heute unter Unrecht und Gewalt leiden. Lassen Sie uns ihnen in der Passionszeit besonders nah sein: mit unseren Gebeten, mit finanzieller und tätiger Hilfe für Opfer und kräftigem Widerspruch gegen Geist und Praxis der Gewalt.

Mehr als sechs Millionen Vertriebene

Aktuelle Not sehen wir im Moment zum Beispiel in Syrien. Der Krieg dort geht nun bald ins achte Jahr – er hat die gesamte Region erfasst, fast eine halben Million Menschen gilt als tot oder vermisst, Existenzen sind zerstört und Gemeinschaften auseinander gerissen. Mehr als sechs Millionen sind intern Vertriebene, fast fünf Millionen Menschen sind in die Nachbarländer geflüchtet. Abertausende Familien mussten alles zurück lassen, um ihr Leben zu retten. Die Versorgungslage ist nach wie vor in vielen Gebieten prekär, das Bildungs- und das Gesundheitswesen liegen am Boden und stehen, wenn überhaupt, oft nur zahlungskräftigen Personen zur Verfügung. Ein Großteil des Wohnraums und der Handels- und Wirtschaftsinfrastruktur sind zerstört. Deshalb ist der Bedarf an humanitärer Hilfe gewaltig – weit höher als bisher Mittel zur Verfügung stehen.

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