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Sich gegenseitig achten und ehren

Zu Beginn des Fastenmonats Ramadan betonen Kirchenvertreter die Notwendigkeit, sich engagiert für Frieden einzusetzen

Frankfurt a.M. (epd). Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben den Muslimen in Deutschland Segenswünsche zum Ramadan übermittelt. Der Fastenmonat beginnt am 16. Mai. Am 15. Juni wird das Ende des Ramadans mit dem Zuckerfest gefeiert.

Es sei die Aufgabe der Gläubigen, sich dafür einzusetzen, „dass die Menschheit sich als eine Familie von Gottes Geschöpfen begreift und wir einander gegenseitig achten und ehren. Das ist der Weg des Friedens, nach dem sich die Menschen weltweit heute vielleicht mehr denn je sehnen“, sagte Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, in seiner Grußbotschaft. Es dürfe keinen Ort geben, an dem die menschliche Würde nicht respektiert werde: „Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Mensch zur gleichen Religionsgemeinschaft gehört.“ Zwar seien nicht alle Religionen gleich. Aber allen Menschen, ob sie an Gott glauben oder nicht, habe Gott die gleiche Würde zuerkannt.

„Befremdliche Diskussion“

Der islamische Fastenmonat gehört nach Auffassung der beiden evangelischen Kirchen in Hessen auch zu Deutschland. Dies betonen die beiden leitenden Geistlichen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Martin Hein und Volker Jung, in einem gemeinsamen Brief. Das Fest weise auf das Thema Solidarität hin, die sich auf den Glauben ebenso wie auf die Schwachen und Armen beziehe.

Jung und Hein äußern sich besorgt über die „befremdliche Diskussion“, ob Muslime zu Deutschland gehörten oder nicht. Dies bringe die Integration in einer pluralistischen Gesellschaft nicht voran. „Wir stehen vor problematischen Entwicklungen, die wir nicht ignorieren können“, heißt es in dem Brief. Dazu zählten zunehmende Anschläge auf Moscheen ebenso wie antisemitischen Äußerungen und Haltungen.

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), erklärte, angesichts der weltweiten Konflikte in Ländern, in denen Christen und Muslime gemeinsam leben, seien alle auf die „Güte und Barmherzigkeit Gottes“ angewiesen. Die Arbeit am gesellschaftlichen Konsens, das Einstehen für Demokratie und das entschiedene Engagement für Frieden sei heute eine besonders wichtige Herausforderung, sagte Ulrich. „Das Klima der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen ist rauer geworden.“

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