Moskau 1953. In der Sowjetunion herrscht die nackte Angst. Stalins letzte große Säuberungswelle wütet im Land. Die Staatssicherheit hat Ohren und Augen überall – und jeder denunziert jeden, in der Hoffnung, die eigene Haut zu retten.

Vor diesem politischen Hintergrund wird in Moskau auf den Bahngleisen die Leiche eines kleinen Jungen gefunden. Er ist nackt und fürchterlich zugerichtet. Da es in der Sowjetunion der Stalinzeit offiziell keine Verbrechen gibt, wird der Mord zum Unfall erklärt. Nur der Geheimdienstoffizier des NKWD Leo Demidow glaubt nicht an die Unfalltheorie und beginnt, als der nächste Mord passiert, auf eigene Faust zu ermitteln. Immer mehr Kinder werden Opfer eines grausamen Serienkillers. Aber auch Leo bringen seine Nachforschungen in tödliche Gefahr...

Das Buch „Kind 44“ ist nicht nur ein äußerst spannender Thriller, sondern es zeichnet auch ein sehr genaues Bild der politischen Situation in Russland zu der damaligen Zeit. Bespitzelung und Denunziation, aber auch die desillusionierte Bevölkerung und die allgegenwärtige Angst dieser Zeit, sind auf jeder Seite spürbar. Dieses Buch ist jedem zu empfehlen, der sich für Geschichte interessiert und einen guten Thriller schätzt.