Kindergottesdienst

Der rheinische Verband für den Kindergottesdienst hat folgende Konzeption verabschiedet.

Damit leistet der Kindergottesdienst einen unverzichtbaren Beitrag zu einer "Kultur des Aufwachsens" in unserer Gesellschaft.

Der Vorstand des Rheinischen Verbandes für Kindergottesdienst betrachtet dazu die folgenden Grund-Sätze als grundlegend für die Kindergottesdienstarbeit:

  1. Kinder brauchen Gottesdienst, der ihre Lebenswirklichkeit aufnimmt. Der Kindergottesdienst greift die Fragen der Kinder nach dem Leben auf. Vor Gott klagen sie ihr Leid, äußern sie ihre Bitten und Wünsche, feiern sie das Leben mit Leib und Seele. Der Kindergottesdienst ermöglicht Kindern, die Feier mitzugestalten, Ausdrucksformen in Gebet, Lied, Ritual (Liturgie) zu finden, die ihnen gemäß sind. Kinder erleben die seelsorgerliche Dimension des Gottesdienstes. Sie erfahren Gottes helfende und heilende Kraft für ihr Leben. Feier des Lebens geschieht in Liturgie und Verkündigung. Sie wird erlebt in der Nähe und der Gemeinschaft mit anderen Kindern und mit den Mitarbeitenden.
  2. Die Kinder entdecken (Selbst-) Vertrauen, weil Gott ihnen etwas zutraut. Der Kindergottesdienst bietet den Kindern einen verlässlichen Raum, um nach sich selbst und nach dem Leben zu fragen. In der Gemeinschaft von Kindern und Mitarbeitenden erfahren die Kinder Akzeptanz: Sie sind von Gott wertgeschätzt mit ihren Fähigkeiten, Möglichkeiten und Begrenzungen. Sie können zu sich selbst stehen. Sie können einander akzeptieren. Auf dieser Basis von Gottvertrauen, Selbstvertrauen und Menschenvertrauen können sie das Leben frei und verantwortungsbewusst gestalten.
  3. Die Kinder erleben durch biblische Geschichten den dreieinigen Gott als vertrauenswürdig. Die Geschichten werden so vermittelt, dass ihre Bedeutung für das Leben der Kinder erfahrbar wird. Die Kinder sollen biblische Geschichten kennen lernen und wieder erkennen können. Die Geschichten werden altersgemäß erzählt. Auch schwierige Geschichten werden erzählt, denn zum Leben gehören auch Zweifel, Ängste, Schmerz, Boshaftigkeit, Krisen. Ein nur "lieber" Gott wird nicht ernst genommen und ist nicht vertrauenswürdig.
  4. Der Kindergottesdienst vermittelt Werte, die jetzt und in Zukunft verantwortliche Entscheidungen im Alltag ermöglichen. Kinder hören biblische Geschichten als Orientierungshilfe. Sie lernen, in sich selbst und in jedem Menschen das Bild Gottes zu entdecken. Sie erfahren Gerechtigkeit als Gottes befreiendes Geschenk. Sie lernen, den aufrechten Gang einzuüben, dem Leid zu begegnen, der Gewalt zu widerstehen, das Leben zu bejahen. Sie lernen Lebenswichtiges für sich, für das Zusammenleben und für die Erhaltung der Welt.
  5. Kindergottesdienst lebt von den Mitarbeitenden. Mitarbeitende profitieren vom Kindergottesdienst. Die Mitarbeitenden planen den Kindergottesdienst, bereiten ihn vor und führen ihn durch. Sie erwerben theologische, kreative und soziale Kompetenz, vertiefen sie und bringen sie ein. Sie bekommen Verantwortung übertragen und übernehmen Verantwortung. Sie erfahren Bestätigung, Ermutigung und Dank. Die Mitarbeitenden erleben Gemeinschaft und Gemeinde im Mitarbeiterkreis. Sie kommen mit ihren Bedürfnissen und Erfahrungen vor. Sie werden kontinuierlich und kompetent begleitet. Sie bekommen Anregungen für die eigene Spiritualität.
  6. Lebendige Gemeinde braucht Kinder - Kinder brauchen lebendige Gemeinde. Gemeinde nimmt ihre Kinder als gleichberechtigt wahr, akzeptiert den Ausdruck ihres Glaubens und ihre Lebensformen als gleichwertig. Kinder erfahren die verschiedenen Gottesdienste der Gemeinde als lebenswichtig. Das setzt voraus, dass Kinder im Gottesdienst willkommen sind und dass Generationen übergreifende Gottesdienste gefeiert werden. Familie und Mitarbeitende begleiten die Kinder dabei. Kindergottesdienst ist Einladung zu familienfreundlicher Gemeindearbeit.

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