Samstag, 28 August 2010 11:19

Nina George: Die Mondspielerin

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„Es war die erste Entscheidung, die sie alleine traf. Das erste Mal eben, dass sie bestimmte, was zu tun war. Marianne beschloss, zu sterben. Jetzt. Hier. Da unten in den Wassern der Seine, am Ende dieses grauen Tages.“ So der traurige Beginn „Der Mondspielerin“ von Nina George.

Der Selbstmordversuch der sechzigjährigen Marianne misslingt. Sie wird von einem Clochard gegen ihren Willen gerettet. Nach einer freudlosen Begegnung mit ihrem Mann im Pariser Krankenhaus, trifft Marianne eine zweite Entscheidung: Ganz allein macht sie sich auf den Weg in die Bretagne ans Meer. Wegweisend für ihre Flucht ist das Motiv auf einer zufällig gefundenen Fliese: der kleine Hafen von Kerdruc. In einer dort ansässigen Pension scheint man Marianne wahrhaftig bereits zu erwarten. Sie wird als Köchin eingestellt, erhält eine Unterkunft und verdient ihr eigenes Geld. Marianne ist fasziniert von der bretonischen Lebensart und sie findet schnell Anschluss an das dörfliche Leben mit all den liebenswerten Menschen. Ihr ursprünglicher Gedanke, sich im Meer das Leben nehmen zu wollen, tritt zunehmend in den Hintergrund. Und dann macht Marianne auch noch die Bekanntschaft des Malers Yann Gammé...

„Die Mondspielerin“ von Nina George ist ein liebevolles, warmherziges und lebenskluges Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen mag. Die Landschaft der Bretagne sowie die Menschen mit ihren Sitten und Gebräuchen wachsen dem Leser schnell ans Herz. Eine Geschichte, die zeigt, dass es nie zu spät ist, sein leben zu ändern.


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