Montag, 04 April 2011 17:27

Sofi Oksanen: Fegefeuer

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Der Kölner Stadtanzeiger sprach über Sofi Oksanen von „Finnlands neuem Popstar der Literatur“ als er über ihre Lesung in Köln und ihren neuen Roman „Fegefeuer“ berichtete (KSTA 11./12.9.2010). „Sofi Oksanen“: Haben Sie den Namen dieser jungen, talentierten Autorin zuvor schon einmal gehört?

Sofi Oksanen wurde 1977 als Tochter einer estnischen Mutter und eines finnischen Vaters geboren, wuchs in Mittelfinnland auf und lebt heutzutage in Helsinki. Viel Zeit verbrachte sie als Kind in den Sommerferien bei ihrer Großmutter im ländlichen Estland. Und ebenda spielt auch ihr mehrfach ausgezeichneter Roman „Fegefeuer“.

Zu Beginn der Handlung findet Aliide Tru, eine alte Frau, die allein in einem Bauernhaus auf dem estnischen Land lebt, eine junge verstörte Frau namens Zara auf ihrem Hof. Zara, die auf der Flucht vor ihren äußerst brutalen Zuhältern ist, wird von Aliide Tru aufgenommen und vor ihren Peinigern versteckt. Doch Zara kam nicht zufällig auf den Hof von Aliide Tru. Sie möchte herausfinden, ob Aliide Tru die Schwester ihrer Großmutter ist.

In verschiedenen Rückblenden erzählt Sofi Oksanen die Tragödie einer Familie vor dem Hintergrund der wechselhaften Geschichte Estlands im Zeitraum von 1936 bis 1992.

Das Buch fordert den Leser, sich mit der Geschichte Estlands im letzten Jahrhundert auseinanderzusetzen. Gleichzeitig nimmt es sich mit großem Ernst dem immer wiederkehrenden, traurigen Thema „Gewalt von Männern gegenüber Frauen“ an. Ein bemerkenswertes, interessantes Buch – spannend zu lesen wie ein Krimi.

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