Konfirmandenunterricht
Konfirmandenunterricht

Konfirmandenunterricht (2)

Samstag, 07 Mai 2011 17:47

Vom Umgang mit dem Nächsten

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Die Jugendlichen des Konfirmandenjahrgangs 2010 / 2012 hatten in der Unterrichtseinheit vom 07.05.2011 u.a. die Aufgabe, die Erzählung vom barmherzigen Samariter (Lukas 10, 25ff)  in die Gegenwart zu übertragen. Auf die Frage, wer denn der in Not geratene Nächste sein könnte, entstanden verschiedene Erzählungen, von denen einige hier abgedruckt werden.

1. Herr Müller ging über eine Straße, da kam ein Auto und fuhr ihn an. Da kam ein Fußballer und sah Herrn Müller, doch er ging weiter, da er zu einem wichtigen Fußballspiel musste. Da kam ein Judokämpfer und sah ihn, doch wegen eines wichtigen Treffens musste er weitergehen. Da kam ein Mann, der ihn nicht kannte, doch er half ihm, da er einen Vorsatz hatte: "Jeder Mensch hat ein Recht zu leben". Da half er ihm und brachte ihn ins Krankenhaus.

2. Vor einem Jahr lag ein Mann mit halb geschlossenen Augen auf dem Bahnsteig des Kölner Bahnhofs. Der Bahnhof war sehr belebt, so sahen ihn viele Menschen. Als erstes kam eine Frau, die ihn sah, aber weiterging, weil sie dachte, er wäre betrunken. Dann kam ein Mann, der auch dachte, der andere hätte letzte Nacht zu viel getrunken. Da kam eine andere Frau, die ihn sah und sich zu ihm hinunterbeugte und nach seinem Ausweis suchte, auf dem sein Name stand. In seiner Jackentasche fand sie einen Diabetikerausweis und wusste sofort, dass der Mann nicht betrunken, sondern unterzuckert war. Sie rief einen Krankenwagen, und der Mann überlebte dank ihrer Hilfe.

3. Er dachte nicht daran, dass der Weg zur Schule gefährlich ist. Er wollte es einfach ignorieren. Er hatte Angst. Angst vor den zwei Jungen, die ihn täglich bis zur Schule verfolgten und ihm sein Geld oder sein Handy abnehmen wollten. Einmal hatten sie ihn schon erwischt, weil er gestolpert war. Die blauen Flecken spürte er noch jetzt. Bis zu diesem Moment hatte er sich durch seine sportlichen Fähigkeiten retten können und war an der Schule angekommen und in der Schülermenge untergetaucht, bevor sie ihn hätten erwischen können. Vielleicht hatte er diesmal Glück und sie hatten es aufgegeben ihn zu jagen, weil sie ihn so gut wie nie erwischten? Er hoffte es. Doch er täuschte sich. Schon als er die schweren Schritte hörte, rannte er los. Die Schritte beschleunigten sich. Er fragte sich, warum er nur ein Paar Schuhe hörte, die auf dem nassen Boden aufschlugen und Wasser aus den Pfützen gegen die Wände der Gasse spritzen ließen. Er war erst vor ein paar Tagen auf diese Schule gekommen, deshalb fragte er sich unwillkürlich, warum sie es so auf ihn abgesehen hatten. Plötzlich tauchte einer der Jungen vor ihm auf. Er war so in Gedanken versunken, dass er fast gegen ihn gerannt wäre. Der Junge hielt ihn fest und forderte ihn auf, sein Geld rauszurücken. Auf einmal wurde der große Junge von hinten weggeschubst und wurde von einer großen Fontäne Wasser getroffen, die ihn auf den Boden beförderte. Der kleine Junge stand auf und rannte erneut los. Er erblickte einen Jungen, der einen großen Wassereimer in der Hand hatte, den er gerade in einer Regentonne wieder auffüllte. Die zwei Jungen wichen zurück und verschwanden in einer anderen Gasse. Er blieb bei dem unbekannten Jungen und erkannte, dass es Janik, ein Junge aus seiner Klasse, war: "Danke, dass du mich da raus geholt hast." Marvin strahlte: "Ich habe mich schon immer gewundert, dass du so keuchend auf den Schulhof gerannt kommst. Aber jetzt komm, sonst verpassen wir den Unterricht."

4. Eines Tages ging Tomas (Leverkusenfan) zum Spiel: 1. FC Köln gegen Leverkusen. Nach dem Spiel wollte Tomas wieder nach Hause fahren, aber er wurde von zwei Pennern zusammen geschlagen. Tomas war halbtot. Zuerst kam ein Arzt. Aber er ging einfach weiter. Dann kam ein Priester, aber er ging auch weiter. Dann kam ein 1. FC Köln Fan und half dem Leverkusen Fan (Tomas).

5. Es gab einen Mann, der an einem Freitag Abend in die Kölner Innenstadt zum Feiern ging. Doch er hatte wohl zu viel getrunken und torkelte spät in der Nacht durch die Gassen. Auf einmal wurde er ohnmächtig. So lag er da in einer Gasse ohnmächtig auf dem Boden und niemand, der ihm helfen konnte. Dann aber kam ein Geschäftsmann auf dem Weg zum Flughafen vorbei, aber anstatt dem Mann am Boden zu helfen, betrachtete er den Betrunkenen, ging aber weiter, weil er sonst noch seinen Flug verpasse. Zehn Minuten später kam ein Priester vorbei, doch er sah einfach weg und wollte nicht darüber nachdenken, ob er dem Betrunkenen helfen sollte. Noch mal zehn Minuten später kam ein Obdachloser vorbei, dieser nahm den Mann auf dem Boden und trug ihn zum nächsten Krankenhaus. Danach ging er.

Dienstag, 21 September 2010 16:28

Konfirmandenunterricht-Vom Umgang mit dem Nächsten

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"Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst."  Diese Bibelwort aus dem Barmherzigen Samariter beschäftigte die Konfirmanden beim ersten Unterricht im zweiten Halbjahr 2010. Wie wird diese biblische Geschichte ausgelegt und wie verstehen wir sie in heutiger Zeit? Die Jugendlichen machten sich Gedanken zur Nächstenliebe, wie sie mit anderen umgehen und wie andere mit ihnen umgehen. Am Beispiel von Henri Dunant wurde gezeigt, wie eine Idee ihren Weg gemacht hat und wie ein einzelner Mensch mit seiner Nächstenliebe über Grenzen hinweg mit dem Roten Kreuz etwas bleibendes geschaffen  hat. Gemeinsam wurde der Film "Berlin 1936" geschaut und dabei ging es noch einmal um Beispiele gelungenen Zusammenlebens, aber auch um Szenen, die nur unfair und ungerecht waren. Die Jugendlichen bearbeiteten diesen Film anschließend noch in kleinen Arbeitsgruppen