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Diese lesenswerte Biographie über Johanna Kinkel (1810-1858) ist als Band 7 in einer Reihe „Europäische Komponistinnen“ erschienen. Ist Ihnen bekannt, dass die Frau des Bonner Theologen, Schriftstellers und Politikers Gottfried Kinkel, eine ausgezeichnete Pianistin und Komponistin ihrer Zeit war? Konnte diese begabte Musikerin, katholisch und geschieden, die in den Berliner Salons von Fanny Hensel und Bettina von Arnim Erfolge feierte, mit einem evangelischen Theologen im Rheinland des Biedermeier glücklich werden?

Basierend auf den Familienbriefen im Nachlass Gottfried und Johanna Kinkel der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn entstand diese fundierte und für historisch interessierte Leser überaus spannende Biografie über das Leben von Johanna Kinkel. Es wird ihr künstlerisches Schaffen, ihr politisches Engagement und ihr mutiger Kampf um Gleichberechtigung gleichermaßen geschildert.

Johanna Kinkels musikalische Begabung wurde früh erkannt und von Felix Mendelssohn gefördert. Sie begann mit der Komposition romantischer Lieder, setzte Liederspiele in Noten und ließ sich später von der Revolution 1848/49 zu aufrührerischen Liedern inspirieren.

Ihre Liebe zu Gottfried Kinkel und ihre Begeisterung für die Revolution lenkten ihr Leben in völlig neue Bahnen. So wurde sie nicht nur Mutter von vier Kindern, sondern auch engagierte Musikpädagogin, die zum Familienunterhalt beitrug, als auch politisch couragierte Redakteurin.

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Loki Schmidt, geboren 1919, lebt mit ihrem Mann, Altbundeskanzler Helmut Schmidt, in Hamburg. Für die ehemalige Lehrerin war es schon als Kind das Schönste, wenn ihre Eltern oder Großeltern „von früher“ erzählten. Im lockeren Gespräch mit Reinhold Beckmann, dem bekannten Moderator von Sport- und Unterhaltungssendungen, gewährt sie Einblick in ihr interessantes Leben.

Loki Schmidt wurde am 3. März 1919 als Hannelore Glaser im Hamburger Arbeiterviertel in Hammerbrook geboren. Ihre Kindheit verlebte sie im Hamburg der zwanziger Jahre. Schon früh lernte sie dort ihren späteren Mann Helmut kennen. Das Leben unter den Bedingungen des Nationalsozialismus und das Überleben nach dem Krieg, sowie die Neuanfänge und späteren „Bonner Zeiten“, als ihr Mann Kanzler der Bundesrepublik Deutschland war, werden in der Biographie anschaulich geschildert. Neben dem historisch-politischen Geschehen der damaligen Zeit werden aber auch persönliche Aspekte, wie z.B. Lokis Engagement für den Naturschutz, ihre Reisen und Lust am Abenteuer und ihre Einstellung zum Leben im Alter ausführlich behandelt.

Mittwoch, 18 August 2010 12:39

Paul Maar: Onkel Alwin und das Sams

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Wer kennt sie nicht, die lustigen Geschichten vom Wünsche erfüllenden Sams? Paul Maar, einer der bekanntesten und vielseitigsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautoren, hat noch eine Fortsetzung der beliebten Buchreihe um die Familie Taschenbier und das Sams geschrieben. Wer also gern mal ein Kinder- und Jugendbuch lesen – oder aber vorlesen möchte – bei dem man so richtig lachen kann, dem sei „Onkel Alwin und das Sams“ empfohlen. Wer aber ist nun Onkel Alwin und weshalb taucht das Sams mitten in der Nacht wieder bei Martin Taschenbier auf?

Das Sams ist viel zu unsamsig geworden, so dass es bei einer Versammlung sämtlicher Samse vom Übersams aufgefordert wird, zu einem seiner drei Menschenfreunde zurückzukehren. Das Sams kehrt zu Martin Taschenbier zurück, der sich – ebenso wie die ganze Familie Taschenbier – sehr darüber freut. Kurze Zeit später bekommt die Familie Besuch von einem fremden Mann, der sich als Onkel Alwin aus Australien vorstellt. Onkel Alwin quartiert sich bei den Taschenbiers ein und denkt gar nicht daran, so schnell wieder abzureisen. Da das Benehmen des Onkels zu wünschen übrig lässt, beschließt das Sams den Taschenbiers zu helfen, den lästigen Onkel wieder loszuwerden. Doch die Sams-Wunschpunkte, mit deren Hilfe der Gast zurück nach Australien gewünscht werden könnte, sind noch im Gesicht vom Sportlehrer Daume, der wie vom Erdboden verschluckt ist. Für das Sams und Martin Taschenbier beginnt eine aufregende Suche nach den blauen Wunschpunkten.

Übrigens: Auch die übrigen Sams Geschichten von Paul Maar sind in unserer Bücherei zum Ausleihen vorhanden.

Mittwoch, 18 August 2010 12:37

Lale Akgün: Tante Semra im Leberkäseland

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Lust auf eine unterhaltsame, lustige Lektüre für zwischendurch? Allein schon der Titel „Tante Semra im Leberkäseland“ macht neugierig auf Lale Akgüns Geschichten aus ihrer türkisch-deutschen Familie. Ist Ihnen die Autorin bekannt? Lale Akgün ist seit 2002 als Bundestagsabgeordnete der SPD tätig. Sie befasst sich mit Fragen der Migration und Integration und besitzt seit 1980 die deutsche Staatsbürgerschaft. Doch wer verbirgt sich hinter Tante Semra und wer oder was ist das Leberkäseland...?

Lale Akgün, geboren 1953 in Istanbul, kam als Neunjährige mit ihrer Familie nach Deutschland – vom Bosporus an den Rhein. Sie wuchs in privilegierten Familienverhältnissen auf. Zum engeren Familienumfeld zählen: der politisch begeisterungsfähige Vater, ein Zahnarzt, und die vornehme, aber völlig humorlose Mutter, eine überzeugte Kemalistin und begeisterte Mathematikerin, einen Kopf größer als ihr Mann. Dann gibt es da noch eine Schwester, Peyda, zahlreiche Onkel und Tanten, „die lieben deutschen Nachbarn“, und natürlich: Tante Semra. Sie pilgert erst nach Mekka, um eine echte Hadschi zu werden, und tut dann alles dafür, den Ramadan zu umgehen und sich Leberkäsebrötchen zu gestatten. Denn ihrer Meinung nach besteht Leberkäse doch aus „Leber und Käse, wie der Name schon sagt“.

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Lieben Sie sowohl Literatur als auch Musik? Verbinden Sie mit Köln Ihre Heimat und halten Sie auch Rom für eine außergewöhnliche Stadt? Lesen Sie gerne autobiographisch inspirierte Romane? Dann empfehle ich Ihnen die Lektüre von „Die Erfindung des Lebens“ von Hanns-Josef Ortheil.

Hanns-Josef Ortheil erzählt die Geschichte eines jahrelang stummen Kindes, dessen Eltern im Krieg und in der Nachkriegszeit vier Söhne verloren haben. In tiefer Verbundenheit zu seiner ebenfalls stummen Mutter wächst der Junge wohlbehütet, aber in beinahe vollkommener Isolation von anderen Menschen in Köln auf. Erst durch das Erlernen des Klavierspiels und seinen engagierten Vater, der den Jungen mit Hilfe eines ungewöhnlichen Sprachunterrichtes zum Schreiben und schließlich auch Sprechen bringt, gelingt es dem Jungen, sich von seinen geliebten Eltern abzunabeln. Den Heranwachsenden führt seine pianistische Karriere nach Rom. Dort verbringt er die glücklichste Zeit seines bisherigen Lebens bis eine Sehnenscheidenentzündung ihn zur Aufgabe des Klavierspiels und zur Rückkehr nach Köln zwingt.

Bewusst hat Hanns-Josef Ortheil Rom zum Schauplatz der Rahmenhandlung des Romans gewählt. Der Autor, der inzwischen Mitte fünfzig und Schriftsteller geworden ist, vergegenwärtigt sich in Rom seiner Kindheit, um ein „Buch von seiner Kindheit und den ersten beiden Jahrzehnten seines Lebens“ zu schreiben.

„Die Erfindung des Lebens“ ist ein bewegender Roman, in dem Hanns-Josef Ortheil, einer der bedeutendsten deutschen Autoren der Gegenwart, viel über seine schwierige Kindheit und Jugend preisgibt. Gleichzeitig ist es eine Hommage an seine Eltern, an seine Liebe zur Musik und letztendlich die Kraft des Schreibens.
Mittwoch, 18 August 2010 12:25

Tom Rob Smith: Kind 44

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Moskau 1953. In der Sowjetunion herrscht die nackte Angst. Stalins letzte große Säuberungswelle wütet im Land. Die Staatssicherheit hat Ohren und Augen überall – und jeder denunziert jeden, in der Hoffnung, die eigene Haut zu retten.

Vor diesem politischen Hintergrund wird in Moskau auf den Bahngleisen die Leiche eines kleinen Jungen gefunden. Er ist nackt und fürchterlich zugerichtet. Da es in der Sowjetunion der Stalinzeit offiziell keine Verbrechen gibt, wird der Mord zum Unfall erklärt. Nur der Geheimdienstoffizier des NKWD Leo Demidow glaubt nicht an die Unfalltheorie und beginnt, als der nächste Mord passiert, auf eigene Faust zu ermitteln. Immer mehr Kinder werden Opfer eines grausamen Serienkillers. Aber auch Leo bringen seine Nachforschungen in tödliche Gefahr...

Das Buch „Kind 44“ ist nicht nur ein äußerst spannender Thriller, sondern es zeichnet auch ein sehr genaues Bild der politischen Situation in Russland zu der damaligen Zeit. Bespitzelung und Denunziation, aber auch die desillusionierte Bevölkerung und die allgegenwärtige Angst dieser Zeit, sind auf jeder Seite spürbar. Dieses Buch ist jedem zu empfehlen, der sich für Geschichte interessiert und einen guten Thriller schätzt.
Mittwoch, 18 August 2010 12:15

David Nicholls: Zwei an einem Tag

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„Sicher haben Sie schon zu oft auf Rückseiten von Büchern gelesen, der Inhalt sei witzig, anrührend und Sie würden es nicht mehr weglegen wollen. Meistens ist das übertrieben, hier aber stimmt es." – so Frank Goosen, im Frankfurter Rundschau Magazin zum Roman „Zwei an einem Tag" von David Nicholls. Auch mir erging es so bei der Lektüre von „Zwei an einem Tag" von David Nicholls. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Aber worum geht es in dem Roman?

 

Emma und Dexter sind beide gerade man zwanzig Jahre alt, haben sich bei der Abschlussfeier am 15. Juli 1988 endlich kennengelernt, die Nacht zusammen durchgemacht und doch: Ab dem nächsten Morgen gehen beide wieder ihrer Wege. Wo werden Emma und Dexter am 15. Juli ein Jahr später sein und wo das Jahr danach? Werden sich die beiden, die einander niemals vergessen können und deren Wege sich immer wieder kreuzen, irgendwann zusammenfinden?

Während zwanzig Jahren nimmt David Nicholls jeweils den 15. Juli ins Visier, und der Leser verfolgt voller Spannung und Hoffnung das Schicksal dieser eigentlich füreinander bestimmten Menschen. Werden Emma und Dexter am 15. Juli 2007 ein glückliches Paar sein oder was hält das Schicksal für sie bereit? Ein packender, fesselnder Liebesroman – sehr lesenswert für zwischendurch.

Freitag, 13 August 2010 15:17

Leon de Winter: Das Recht auf Rückkehr

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Als der vierjährige Bennie im Jahr 2008 plötzlich verschwindet, denkt sein Vater, Bram Mannheim, an einen Unfall oder ein Verbrechen. Dass sein Verschwinden mit Weltpolitik zu tun haben könnte, entdeckt er erst sechzehn Jahre später...

Tel Aviv im Jahr 2024: Israel ist auf einen streng gesicherten Stadtstaat, einen schmalen Streifen Land am Meer, geschrumpft. Wer die Möglichkeit hatte zu gehen, hat das Land verlassen. Bram Mannheim ist geblieben, er der vor zwanzig Jahren in Amsterdam aufwuchs, mit achtzehn Jahren aus den Niederlanden nach Israel kam, um israelischer Staatsbürger zu werden. Bram Mannheim studierte in Tel Aviv, machte Karriere an der Hochschule und wurde im Jahre 2008 an die Universität nach Princeton berufen. Mit dem Umzug nach Princeton und dem plötzlichen Verschwinden seines vierjährigen Sohnes zerbricht Brams bisheriges Leben: Seine Ehe geht in die Brüche, sein Selbstvertrauen und seine Karriere sind am Boden zerstört. Nach langer Suche nach Bennie kehrt er nach Tel Aviv zurück. Im Jahr 2024 betreibt er dort eine Agentur, die Eltern dabei hilft, ihre verschwundenen Kinder aufzuspüren. Als das kleine Land von einer neuen Serie von Selbstmordanschlägen erschüttert wird, erkennt Bram, dass sich hinter den Anschlägen ein grausames Geheimnis verbirgt. Und dieses steht im Zusammenhang mit dem Verschwinden seines eigenen Sohnes sechzehn Jahre zuvor.

Ein fesselnder Roman um ein ernstes Thema – fast wie ein Krimi. Einmal angefangen, mag man „Das Recht auf Rückkehr“ von Leon de Winter kaum aus der Hand legen.

 

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Was verbirgt sich wohl hinter einem Buch mit dem Titel „Die Einsamkeit der Primzahlen“?

Primzahlen sind nur durch 1 und durch sich selbst teilbar. „Sie haben ihren festen Platz, eingeklemmt zwischen zwei anderen, in der unendlichen Reihe natürlicher Zahlen, stehen dabei jedoch ein Stück weiter draußen. Es sind misstrauische, einsame Zahlen.“ Und aus eben diesem Grund findet Mattia, der männliche Protagonist in Paolo Giordanos Roman mit eben diesem Titel diese Zahlen auch wunderbar.

Das Buch „Die Einsamkeit der Primzahlen“ von Paolo Giordano handelt von Mattia und Alice, die beide in ihrer Kindheit ein schweres Trauma erlitten haben.

Alice ist, von ihrem ehrgeizigen Vater gezwungen, bei einem Skiunfall so schwer verletzt worden, dass sie lebenslang gehbehindert bleibt. Mattia hingegen verlor mit sechs Jahren seine geistig behinderte Zwillingsschwester, auf die er hätte eigentlich aufpassen sollen.

Sieben Jahre später lernen Mattia und Alice sich auf dem Gymnasium kennen. Die Anziehungskraft zwischen den beiden Außenseitern scheint unwiderstehlich. So wie sie sich miteinander verbunden fühlen, sind sie auch gleichzeitig getrennt durch ihre Einsamkeit. Sie sind sogenannte „Primzahlzwillinge“, „allein und verloren, sich nahe, aber doch nicht nahe genug, um sich wirklich berühren zu können“.

Dem jungen italienischen Autor Paolo Giordano , 1982 in Turin geboren, gelang mit seinem Roman ein sensationeller Erfolg. Als jüngster Autor überhaupt erhielt er für seinen Debütroman den „Premio Strega“ – den wichtigsten Literaturpreis in Italien – und sein Buch stand monatelang auf der Bestsellerliste. Das Lesen lohnt sich also!

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