Gottesdienst am 8.7.2019

Zusammen wachsen - 50 Jahre Erftstadt

Ansprache im Gottesdienst am 8.7.2019

Andrea Döhrer

Zusammen wachsen – 50 Jahre Erftstadt; ein Grund zu feiern. Zusammen wachsen heißt miteinander wachsen: Junge und alte Menschen, Einheimische und Zugezogene, Menschen aus 17 Stadtteilen, Menschen unterschiedlicher Religion. Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen. Zusammen wachsen. Das ist eine Herausforderung, eine Perspektive und ein Ziel. Zusammen wachsen, sich gemeinsam entfalten, damit jede und jeder zufrieden ist mit seinem Leben: ob allein stehend oder mit Familie; ob in einer Wohnung oder einem Haus, ob mit Hund oder Katze oder ohne Haustier, ob in Liblar, Erp oder Friesheim. Zusammen wachsen.

Als Lesung aus der Bibel haben wir einen Abschnitt aus dem Propheten Jeremia ausgewählt; er steht im 29. Kapitel, und da geht es auch um das gute Zusammenwachsen. G´tt spricht:

7 Suchet der Stadt Bestes, denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s auch euch wohl. 11 Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, 12 Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten und ich will euch erhören. 13 Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, 14 so will ich mich von euch finden lassen.

Soweit der Text, und wir benötigen einige Hintergrundinformationen, um uns in diese Situation hineinzuversetzen:

Im Jahr 598 vor Christus erobert der neubabylonische König Nebukadnezar Jerusalem zum ersten Mal und er führt die Oberschicht ins Exil nach Babylon. Diese Israeliten sind orientierungslos, geschockt und ohne Perspektive. Wie soll es weitergehen? – und in diese Situation hinein spricht der Prophet Jeremia Gottes tröstende Worte: baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und erntet; gründet Familien. Suchet der Stadt Bestes, denn wenn´s ihr wohl ergeht, geht es auch euch gut.

Eine Stadt, in der man sich wohlfühlt, in der man gern lebt, erhöht den Lebensstandard und ist enorm wichtig, schafft zufriedene gutgelaunte Menschen. Dafür braucht es kleine und große Träumende und Gestaltende.

Da steckt viel Weisheit und Wahrheit drin, die auch für uns in Erftstadt wichtig sind, denn ich denke, wenn jede und jeder sich wohl fühlt und zufrieden ist, dann ist die Stimmung auch gut. Suchet der Stadt Bestes heißt nicht: Sucht euch das Beste aus, ich zuerst und alle anderen sind mir egal. Nein: suchet der Stadt Bestes heißt: kümmert euch alle um diese Stadt, dass sie ein guter Ort zum Leben ist und dass alle Menschen haben, was sie brauchen und dass alle sich einbringen. Ich finde diese Idee faszinierend: aufeinander acht geben; Nachbarschaftshilfe leisten, achtsam leben und die Natur nicht vermüllen. Gottesdienste feiern, gemeinsam musizieren, Angebote für alle Generationen. Den Ort einladender gestalten, Blumen pflanzen, es einfach schön gestalten – auf dass alle es schätzen und achten. 50 Jahre Erftstadt.

Viele Vereine, Institutionen und kirchliche Einrichtungen präsentieren sich und informieren an diesem Wochenende über ihre Arbeit. Sie alle suchen der Stadt Bestes – und wenn jede und jeder einen Teil dazu beiträgt, dann finden wir auch unserer Stadt Bestes. Als christliche Kirchen suchen wir mit Gottes Hilfe, mit seinen Ideen und Träumen, mit seiner Vision vom Frieden für alle. Mögen wir suchen und finden und gestalten und leben. Amen.

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