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Gedanken zum Tag

Gottesdienst am 05.04.2020

​Flötenmusik: ​Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt (EG98)

gespielt von Elske de Vries

Wochenpsalm 69,2-4.8-10.21b-22.30
Gott, hilf mir!
Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.
Ich versinke in tiefem Schlamm,
wo kein Grund ist.
Ich bin in tiefe Wasser geraten
und die Flut will mich ersäufen.
+ https://www.youtube.com/watch?v=sNoNP_zq7XM

Ich habe mich müde geschrien,
mein Hals ist heiser.
Meine Augen sind trübe geworden,
weil ich so lange harren muss auf meinen Gott.
Denn um deinetwillen trage ich Schmach,
mein Angesicht ist voller Schande.
+ https://www.youtube.com/watch?v=sNoNP_zq7XM

Ich bin fremd geworden meinen Brüdern
und unbekannt den Kindern meiner Mutter.
Denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen
und die Schmähungen deren, die dich schmähen,
sind auf mich gefallen.
Ich aber bete zu dir, Herr, zur Zeit der Gnade;
Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.
+ https://www.youtube.com/watch?v=sNoNP_zq7XM

Ich warte, ob jemand Mitleid habe, aber da ist niemand.
Ich warte auf Tröster, aber ich finde keine.
Sie geben mir Galle zu essen
und Essig zu trinken für meinen Durst.
Ich aber bin elend und voller Schmerzen.
Gott, deine Hilfe schütze mich!
+ https://www.youtube.com/watch?v=sNoNP_zq7XM

Bonhoeffer-Gedenken

An Gründonnerstag wird es genau 75 Jahre her sein. Am 9. April 1945 wurde Dietrich Bonhoeffer im KZ-Flossenbürg gehängt. Am bekanntesten wurde Bonhoeffer durch sein Gedicht von den guten Mächten. Doch wer sind sie - die guten Mächte?
​An seine Verlobte Maria von Wedemeyer schreibt er kurz vor Weihnachten 1944:
„Es ist, als ob die Seele in der Einsamkeit Organe ausbildet, die wir im Alltag kaum kennen. So habe ich mich noch keinen Augenblick allein und verlassen gefühlt. Du, die Eltern, Ihr alle, die Freunde […] seid mir immer ganz gegenwärtig.“
Inwiefern gegenwärtig? „Eure Gebete und gute Gedanken, Bibelworte, längst vergangene Gespräche, Musikstücke, Bücher bekommen Leben und Wirklichkeit wie nie zuvor. Es ist ein großes unsichtbares Reich, in dem man lebt und an dessen Realität man keinen Zweifel hat.“
Wer sind die guten Mächte? „Gott … - offensichtlich nicht.
Auch keine Engel im landläufigen Sinn.
Wer sind sie dann - die guten Mächte?
Bonhoeffer beschreibt sie als ein Reich, das unsichtbar ist, aber real. Es besteht aus Gebeten, guten Gedanken, Bibelworten, längst vergangenen Gesprächen und Büchern. Die guten Mächte sind also Worte, gesprochene, gebetete, gelesene, gehörte Worte. Und Musik! Musik, die er im Kopf hat, die er - stell‘ ich mir vor - auch gesummt oder gesungen hat. … Spannend finde ich, was Bonhoeffer in sich spürt: die Seele bildet in der Einsamkeit Organe aus, die man im Alltag kaum kennt. Er nimmt etwas wahr, was im eng getakteten Alltag gern übersehen wird. Und überhört: die guten Mächte! Zurzeit sind viele Menschen zum Alleinsein gezwungen. Und grade jene sollen nicht besucht werden, die Besuch besonders nötig haben:
alte Eltern und Großeltern. Wie gut, wenn die Seele dann „Organe“ ausbildet, die jene guten Mächte wahrnehmen, die behütet leben lassen. Und getröstet.
Ich mag allein sein, aber doch keinen Augenblick einsam und verlassen. Es gibt Menschen, die für mich beten. Und am Telefon höre ich auch gute Gedanken, nicht allein Panik und Angst. Es gibt Bibelworte, die mich ein Leben lang begleitet haben. Und längst vergangene Gespräche, an die ich mich gern erinnere.
Mit Musik und manchen Büchern ist‘s ganz ähnlich.
All das bekommt in einer Krise, die allein sein lässt, Leben und Wirklichkeit wie nie zuvor.“[1]

[1] https://rundfunk.evangelisch.de/kirche-im-radio/am-sonntagmorgen/die-welt-die-unsichtbar-10866

Fürbitten
Ach Gott, in dir ist Freude in allem Leide.
So sende dein Licht und deine Wahrheit
Kranken und Infizierten in Quarantäne,
Einsamen und Sterbenden.
Sende dein Licht und deine Wahrheit
Mühseligen und Beladenen,
Hungernden und Flüchtenden.
„Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehen.
Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.“

Jesus Christus, du sagst der namenlosen Salbenden,
sie habe ein schönes Werk getan.
Und ein gutes.
So lass uns füreinander zum Segen werden,
auch dann, wenn es eng wird oder langweilig,
auch dann, wenn wir Angst haben.
„Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehen.
Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.“

Heiliger Geist, du ​erfüllst Menschen
mit Jesu Geist und seiner Botschaft.
Sende dein Licht und deine Wahrheit
all den Menschen, die das tägliche Leben in diesen Zeiten
aufrecht erhalten,
und denen, die politische Verantwortung tragen
und Entscheidungen treffen müssen, die auch weh tun.
„Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehen.
Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.“

​Vater unser
​Segen
​Flötenstück: Von guten Mächten wunderbar geborgen

Gespielt von Elske de Vries


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