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Fasten: Im Fastenkreis den Alltag hinterfragen

Der Chor stimmt die Besucherinnen und Besucher der Fastenandacht in der evangelischen Kirche Bischmisheim auf das Wochenthema ein.Der Chor stimmt die Besucherinnen und Besucher der Fastenandacht in der evangelischen Kirche Bischmisheim auf das Wochenthema ein.

Fasten

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„Liebet einander, so wie uns Jesus schon immer geliebt hat. Das ist Gebot und Verpflichtung für uns“, singt der Chor. Er stimmt die Besucherinnen und Besucher der Fastenandacht in der evangelischen Kirche Bischmisheim auf das Wochenthema der Aktion „Zeig. Dich! 7 Wochen ohne kneifen“ ein: „Zeig Deine Liebe!“. Der Fastenkreis der Kirchengemeinde beteiligt sich auch in diesem Jahr an der evangelischen Fastenaktion.

Bereits seit 2010 gibt es den Fastenkreis in dem Saarbrücker Stadtteil. Rund 20 Frauen und wenige Männer treffen sich in der Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern einmal die Woche, um die Passionszeit bewusst zu erleben und zu gestalten. Sie folgen der Einladung der Aktion „7 Wochen Ohne“ zum Fasten im Kopf: die Routine des Alltags hinterfragen, eine neue Perspektive einnehmen, entdecken, worauf es ankommt im Leben.

An diesem Mittwochabend geht es unter dem Leitwort „Zeig Deine Liebe!“ um die Geschichte von der Salbung in Bethanien (Markus 14,3-9). Gemeinsam feiern sie eine Andacht in der Schinkelkirche, lauschen den Liedern des Chors „Pro Musica“ und den Gedanken von Presbyter Michael Diener, der den Fastenkreis ins Leben rief und leitet.

Nur ein bisschen Liebe gibt es nicht

Dann geht es ins Gemeindehaus. Bei Wasser, Saft und Tee, sitzt man zusammen. „Liebe Fastende, zeigt Eure Liebe“, ruft Diener in die Runde. Sogleich entspinnt sich eine Diskussion: Liebe zeigt sich, wenn man einem Kranken beisteht. Nur ein bisschen Liebe gibt es nicht. Liebe geschieht da, wo wir einander anrühren, so wie die Frau in der Bibel, die Jesus mit dem kostbaren Öl salbte. Liebe zeigen tut einfach gut. Vielfältig sprudeln die Gedanken und Ansichten.

„Über den Bibeltext nachzudenken, das ist eine Entschleunigung vom Alltag für mich“, sagt Susanne – die Teilnehmenden des Fastenkreises möchten gerne nur beim Vornamen bleiben. Für Susanne werde durch die Treffen klar, was wichtig sei im Leben. Sie ist von Anfang an im Fastenkreis dabei, schätzt die Verbundenheit mit den Menschen hier. Und wie fastet sie konkret in diesem Jahr? Sie gehe einen Teil ihres Wegs zur Arbeit bewusst zu Fuß statt den Bus zu nehmen und in der Familie werde bis auf sonntags nur vegetarisch gekocht, berichtet sie.

Keine Angst mal anzuecken

„Ich räume auf und esse keine Schokolade“, sagt Christel. Das Fasten rege dazu an, sich selbst zu erneuern und einen neuen Weg im Leben zu beschreiten. „Ich faste gar nichts“, sagt Inge. Sie lebe das ganze Jahr über bescheiden, erzählt die alleinstehende alte Dame. Zum Fastenkreis kommt sie, weil sie gerne unter Leuten ist. „Und hier kann man auch mal was sagen, was aneckt“, unterstreicht sie.

„Für mich bedeutet die Passionszeit, den Leidensweg Christi zu begleiten. Ich fühle mich Jesus nie so nah, wie in dieser Zeit“, sagt Michael Diener. Mit Prädikantin Inge Beer gestaltet er am Palmsonntag gemeinsam den Abschlussgottesdienst der Aktion. Aus den Gesprächen im Fastenkreis nehmen die beiden viele Anregungen dazu mit.

Der Bischmisheimer Fastenkreis trifft sich auch außerhalb der Passionszeit einmal im Monat. Dann wird auch aufgetischt oder gemeinsam gegrillt. Und in der Woche nach Ostern feiern alle gemeinsam das Fastenbrechen mit einem Imbiss, zubereitet von Michael Diener. Denn der ist nicht nur Presbyter, sondern auch Koch und Gastwirt.

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ekir.de / Ulrike Klös, Foto: Thomas Seeber / 09.03.2018


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