3 minutes reading time (562 words)

Flüchtlingshilfe in Griechenland: Faire Arbeit und ein Leben in Frieden

Eröffnung des neuen Naomi-Projekts für Flüchtlinge, u.a. mit Doris Peschke (CCME, v.l.) und Kirchenrat Rafael Nikodemus.Eröffnung des neuen Naomi-Projekts für Flüchtlinge im Jahr 2017, u.a. mit Doris Peschke (CCME, v.l.) und Kirchenrat Rafael Nikodemus.

Flüchtlingshilfe in Griechenland

Vorlesen

Beratung, Begleitung und humanitäre Hilfe – das ist eine Säule des Naomi-Projekts, einer Flüchtlingshilfeinitiative in Thessaloniki/Griechenland, die unter anderem von der rheinischen Kirche unterstützt wird. Die zweite Säule bilden integrationsfördernde Maßnahmen Sprachkurse, sowie Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, unter anderem in einer Nähwerkstatt.

Insbesondere die Textilwerkstatt ist in den letzten Monaten ausgeweitet worden und bietet inzwischen ein professionelles Produktangebot. Im Jahr 2017 wurden über 1300 Jacken hergestellt, zwei Flüchtlinge aus Benin und Kongo sind mittlerweile halbtags fest angestellt. Weitere Flüchtlinge erhalten Sozialhilfen für die Heimarbeit.

Nähkurse und -programme werden gut angenommen

In einem Zeitraum von über acht Monaten haben Frauen im Flüchtlingslager Diavata an einem Näh-Programm teilgenommen. Und 40 Personen kommen zu den fünf  wöchentlichen Kursen und weiteren Produktionseinheiten, die die für die Nähwerkstatt verantwortliche Textilingenieurin Elke Wollschläger anbietet.  Sie ist eine von zwei Naomi-Mitarbeiterinnen, die auf Einladung des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA) Duisburg-Niederrhein im Juni im Rheinland von der Arbeit der Flüchtlingshilfe-Initiative berichten.

In der „Remember Idomeni Collection“ werden Jacken und Westen aus UNHCR-Decken aus dem im Mai 2016 geräumten Flüchtlingslager Idomeni hergestellt. Zu den weiteren Produkten gehören auch Hosen, Schürzen und Taschen. Eine neue Produktionsgruppe für Sommerhosen und Tuniken  wird gerade aufgebaut.  Die Nähwerkstatt soll Arbeitsmöglichkeiten für Flüchtlinge schaffen und durch den Verkauf der Produkte finanziert werden.

Produkte können exportiert werden

Naomi ist nach griechischem Steuerrecht anerkannt und kann für die Produkte sowohl in Griechenland aber auch europaweit ein Vertriebssystem aufbauen und Produkte ins Ausland exportieren. Das ist ein großer Schritt, der nun die Öffnung und die Weiterentwicklung der Werkstatt ermöglicht.

Ziel ist es, Flüchtlinge im Bereich Textil auf den griechischen Arbeitsmarkt vorzubereiten. Allerdings sind die Arbeitsmöglichkeiten dort auch problematisch. Unabhängig von der ohnehin nach wie vor hohen Arbeitslosigkeit überwiegen prekäre Arbeitsverhältnisse, sind Tageslöhne von 15 Euro keine Seltenheit, gibt es immer wieder Verzögerungen bei den Lohnzahlungen von bis zu 15 Monaten für mehr als 900.000 Beschäftigte in Privatunternehmen. Es wird geschätzt, dass ein Fünftel der Textilproduktion in Schwarzarbeit geleistet wird.

Naomi ist eine NGO, hervorgegangen aus der Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache in Thessaloniki. Sie wird geleitet von der in Thessaloniki lebenden Pfarrerin i. R. Dorothee Vakalis. Kooperationspartnerinnen in Deutschland sind die Evangelische Kirche im Rheinland – sie engagiert sich federführend –, die Evangelische Kirche von Hessen und Nassau, die Diakonie Baden und die Diakonie Württemberg, sowie unterstützend die Churches' Commission for Migrants in Europe (CCME) und die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Wichtig als Partner vor Ort ist auch die Diakonie Katastrophenhilfe. Die Evangelische Kirche im Rheinland unterstützt die Initiative seit 2015.

 

Termine

Elke Wollschläger, Textil-Ingenieurin und Leiterin der Textilkurse und Produktionsentwicklung  bei Naomi, und  Reem Hamad, Medizinstudentin, Aktivistin und Dolmetscherin  in der Flüchtlingsarbeit werden die Arbeit von Naomi bei folgenden Informationsveranstaltungen vorstellen:

Mönchengladbach; Samstag, 16. Juni 2018, ab 13.30 bis 16 Uhr, Beteiligung am BistumsFrauenTag, Mönchengladbach, City-Kirche und Münster Moers: Sonntag, 17. Juni 2018, 11.00 Uhr Gottesdienst und Informationsveranstaltung im Anschluss an den Gottesdienst in der Evangelischen Kirchengemeinde Moers-Asberg, Drususstr. 5, 47441 Moers Wuppertal: Montag, 18. Juni 2018, 19.00 Uhr, CityKirche Elberfeld (Alte reformierte Kirche), Kirchplatz 2 · 42103 Wuppertal Aachen: Dienstag, 19. Juni 2018, 18 Uhr, Aachen, Haus der Evangelischen Kirche, Frère-Roger-Straße 8-10, 52062 Aachen Düsselorf: Mittwoch, 20. Juni 2018 (Weltflüchtlingstag), 19 Uhr, Evangelische. Familienbildung in Düsseldorf, Hohenzollernstr. 24, 40211 Düsseldorf

 

ekir.de / red / 11.06.2018


© 2018, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.
19.000 Biker feiern Gottesdienst
Vertreter der Weltreligionen beten für Frieden