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„Frieden beginnt immer freiwillig“

10.10.2018News

Verleihung des Evangelischen Friedenspreises 2018 an den Internationalen Christlichen Friedensdienst Eirene

Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner hält die laudtion für den Träger des Evangelischen Friedenspreises 2018, Eirene

©EKD/Roger Töpelmann

Der Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner, der 2017 100 Tage lang wegen angeblicher Unterstützung terroristischer Organisationen in türkischer Haft saß, hielt die Laudatio.

Berlin. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat ihren Evangelischen Friedenspreis 2018 an den Internationalen Christlichen Friedensdienst Eirene verliehen. Bei der Feier in Berlin würdigte der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms das Engagement der Organisation mit Sitz in Neuwied, die sich strikt an Gewaltverzicht in Konflikten orientiert. „Gewaltfreiheit ist eine Option“, sagte Brahms und: „Sie sind Friedensstifter und Friedensstifterinnen.“

Die Laudatio zur Verleihung hielt der Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner, der 2017 100 Tage lang wegen angeblicher Unterstützung terroristischer Organisationen in türkischer Haft saß. Er forderte, den Friedensbegriff immer neu zu hinterfragen und zu weiten. „Frieden beginnt immer freiwillig – Sie haben Frieden in die Praxis umgesetzt“, beschrieb Steudtner die Freiwilligendienste von Eirene.

Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs

Die feierliche Verleihung vor zahlreichen Gästen aus ganz Deutschland hatte die Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) mit ihrem Bundesvorsitzende Christoph Münchow im Hotel Dietrich-Bonhoeffer-Haus durchgeführt. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert und in diesem Jahr Teil des Gedenkens der EKD an das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren im November 1918.

Der seit 1994 durch die EAK vergebene Preis für gewaltfreies Handeln trägt zugleich den Namen Friedrich Siegmund-Schultze Förderpreis. In seinen Dankesworten hob der Vorsitzende von Eirene, Reinhard Voss hervor, dass der Namensgeber als Pionier der internationalen Friedensbewegung gelte. Der Theologe Siegmund-Schultze (1885-1969) setzte sich ab 1933 als Sekretär des Weltbundes für Freundschaftsarbeit der Kirchen für ein „Internationales Hilfskomitee für deutsche Auswanderer jüdischer Abstammung“ ein. Er hatte enge Kontakte zu Dietrich Bonhoeffer.

Roger Töpelmann (Ev. Militärseelsorge)

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