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Kirchenleitung: Neue Oberkirchenrätin eingeführt

Henrike Tetz (M.) bei ihrer Einführung als neue Oberkirchenrätin im Gottesdienst in der Düsseldorfer Johanneskirche.Aufgenommen in den Kreis der Kirchenleitung: Henrike Tetz bei ihrer Einführung als neue Oberkirchenrätin im Gottesdienst in der Düsseldorfer Johanneskirche.

Kirchenleitung

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Wie schmeckt das gute Leben? Oberkirchenrätin Henrike Tetz.Wie schmeckt das gute Leben? Oberkirchenrätin Henrike Tetz.

„Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen... Prüft aber alles, und das Gute behaltet." In der Predigt im Gottesdienst zu ihrer Einführung als hauptamtliches Mitglied der Kirchenleitung hat die bisherige Düsseldorfer Superintendentin die Antwort des Apostels Paulus auf die Frage nach dem guten Leben ins Spiel gebracht.

Befragt hat die neue Oberkirchenrätin auch den Propheten Micha im Alten Testament: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was Gott bei dir sucht: Nichts anderes als Recht üben, Freundlichkeit lieben und aufmerksam mitgehen mit deinem Gott.“

In ihrer Antrittspredigt schlug Oberkirchenrätin Tetz die Brücke in ihr neues Aufgabengebiet – die Abteilung Erziehung und Bildung: „Bildung, die jeder und jedem einzelnen gerecht wird, wird zum Zeichen des guten Lebens." Zu den Zeichen guten Lebens zählt sie: "ein gesundes Mittagessen in der evangelischen Kita".

Und noch viel mehr: "Es ist in der Schule zu lernen wie man lernt. Es ist mit der Jugendgruppe in die Ferien zu fahren, statt auf Balkonien festzusitzen. Das Zeichen guten Lebens ist beim Konfi-Cup Verantwortung für das Team zu übernehmen; in der Laien-Uni theologische Fragen zu wälzen; im Kirchenchor zu singen und gemeinsam aufzutreten. Das Zeichen guten Lebens ist mit anderen zu lernen, wie man als Familie zu Abend isst. Und es ist der Fahrradkurs für muslimische Migrantinnen. Das und vieles mehr ist das gute Leben. So wird Recht geübt und Freundlichkeit geliebt – und eine Weggemeinschaft mit Gott begründet, die durchs Leben trägt.“ 

Henrike Tetz (54) ist in dem Gottesdienst von Präses Manfred Rekowski als neues hauptamtliches Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland eingeführt worden. Zugleich entpflichtete der Präses Tetz‘ Vorgänger, Oberkirchenrat Klaus Eberl. Der 62-Jährige geht aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in Ruhestand.

NRW-Schulministerin Yvonne GebauerNRW-Schulministerin Yvonne Gebauer

Beim Empfang nach dem Gottesdienst dann Gratulationen und Würdigungen; Reden für Tetz, Worte für Eberl: Die NRW-Ministerin für Schule und Bildung, Yvonne Gebauer, sprach an, dass Klaus Eberl mit seinem Wohnsitz Wassenberg ganz in der Nähe der Niederlande in einem Grenzland lebe, nun lebe er auch im Grenzland zwischen Berufsleben und Ruhestand. Sie erinnerte an Eberls eigene Worte, wonach Behinderung kein himmlischer Betriebsunfall ist, und: "Gott will, dass dieses Leben mein Leben ist." Sie wünsche ihm, dass er das "nachsprechen" könne. Die Ministerin dankte Eberl für seine "optimistische und stets freundliche Einmischung" in der Schul- und Bildungspolitik.

Klaus Eberl und Irmgard SchwaetzerKlaus Eberl und Irmgard Schwaetzer

Dr. Irmgard Schwaetzer, Staatsministerin a. D. und Präses der EKD-Synode, würdigte Eberls Engagement als Vizepräses der EKD-Synode. Weiterer Dank kam aus dem Generalvikariat des Erzbistums Köln von Christoph Westemeyer für "sehr gutes Zusammenarbeit", u. a. im Dickicht der Kibiz-Gesetzgebung. Der neuen Oberkirchenrätin machte er das besondere Geschenk einer Führung über die Dächer des Kölner Doms.

In ihrer neuen Funktion erwarteten Oberkirchenrätin Tetz ähnliche Gestaltungsaufgaben, die sie mit vergleichbarer Entschlossenheit und Zielstrebigkeit angehen werde, mit denen sie als Superintendentin in derNRW- Landeshauptstadt die Strukturen des Kirchenkreises zukunftsfest aufgestellt habe, unterstrich Präses Rekowski.

Mit Klaus Eberl verabschiede die rheinische Kirche „ein theologisches Mitglied der Kirchenleitung, das es versteht, theologische Einsichten in einfacher Sprache und in eindrücklichen Worten auszudrücken", sagte Präses Manfred Rekowski. Zu seinen Begabungen gehöre es, Menschen und Situationen sehr sensibel wahrzunehmen. Das von ihm gegründete und weiterentwickelte Heilpädagogische Zentrum in Pskow sei nicht nur eine bemerkenswerte diakonische Einrichtung in Russland, sondern zugleich auch ein Beitrag zur Versöhnung mit den Völkern der ehemaligen Sowjetunion.

"Ich bin ein sehr glücklicher Mensch", sagte Klaus Eberl in seiner Dankesrede. Die Inklusion, wurde er noch einmal programmatisch, betreffe nicht nur Menschen mit Behinderung. Denn: "Dahinter steht die Idee einer Kirche, die für alle offen ist."

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ekir.de / neu, Fotos: Sergej Lepke / 04.03.2018


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