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Veranstaltungen

Tod und Leben

Am Freitag, dem 12.09.2014, beschäftigten sich 35 Jugendliche im Rahmen des Konfirmandenunterrichts mit dem Thema “Tod und Leben”. Nach einer persönlichen Einleitung in dieses schwere Thema durch Pfarrer Müggenburg begaben sich die Jugendlichen in drei Gruppen zum Friedhof in Liblar, zum stationären Hospiz bzw. zu einem Bestattungsunternehmen. Einige Gedanken und Erfahrungen der Jugendlichen sollen hier einen Raum bekommen:

E.K.: Ich war heute beim Konfiunterricht in der Gruppe, die zum Hospiz gegangen ist. Ich fand es sehr traurig oder vielleicht auch beeindruckend, wie die Menschen, die dort hinkommen mit dem eigenen Tod umgehen. Aber auch dort zu arbeiten, stelle ich mir schwierig vor; man muss wohl eine starke Seele haben. Es ist sicherlich auch irgendwie was Schönes dran, anderen eine Freude damit zu machen, ihnen ihren letzten Wunsch zu erfüllen, aber ich glaube, dass das ihr letzter Wunsch ist, würde mich auch erschrecken. … Ich frage mich, wie es sein muss, wenn man weiß, dass man jetzt stirbt. Dieser Moment des Sterbens oder auch das, was danach kommt.

N.S.: (Hospiz) Mich hat besonders beeindruckt, dass sich die dort Arbeitenden so sehr mit den Gästen beschäftigen und sich viel Mühe geben, den Gästen eine schöne Zeit zu bereiten. Auch gefallen hat mir, dass den Gästen eine sehr ruhige und glückliche Umgebung gegeben wird. Ich fand es ausserdem gut, dass die Pfelger und die freiwilligen Helfer sich so sehr mit dem Tod auseinandersetzen und den Gästen nicht nur körperlich, sondern auch seelisch zur Seite stehen. Ich könnte mir zwar selber nicht vorstellen, wie es wäre, todkrank und auf die Hilfe eines Hospizes angewiesen zu sein, aber nach dem heutigen Tag bin ich mir ziemlich sicher, dass dieses Hospiz ein Ort ist, an dem man sich wohlfühlen kann, und das liegt nicht nur an der Umgebung, sondern auch an den Leuten, die sehr viel Aufwand in ihre Arbeit stecken und oftmals, anscheinend, auch emotional gebunden sind. Gelernt habe ich aus der Besichtigung, dass wir dankbar für jeden Tag sein sollten.

C.K.: (Hospiz) Ich fand erstaunlich, dass die Menschen dort leben und wissen, dass sie bald sterben. Trotzdem finde ich schön, dass den Menschen noch ein paar Wünsche ermöglicht werden, die ihnen auf dem Herzen liegen, z.B. mit der Tochter, die in den USA lebt, zu telefonieren. Ich glaube, es ist nicht einfach, als Betroffener ins Hospiz einzuziehen. Umso schöner ist es aber, dass man dort viel ermöglicht bekommt und seine letzten Wochen / Monate noch schön verbringen kann. Bestimmt hilft es einem, dass dort noch andere Menschen leben, deren Schicksal dasselbe ist. So ist man nicht ganz “allein” auf dem Weg bis hin zum Tod und kann vielleicht seine Ängste, Sorgen, Trauer ect. mit den anderen teilen. Besonders toll finde ich, dass man sich als “Betroffener” nicht nur von geliebten Menschen, sondern auch von Tieren verabschieden kann.

A.S.: Bei unserem Rundgang durch den Friedhof war ich ziemlich überrascht, dass der Friedhof so groß ist. Mein Opa wurde dort 2003 beerdigt, und deshalb gehe ich manchmal mit meiner Oma dorthin. … Ich finde es eigentlich schade, dass nach 20 oder 25 Jahren (je nachdem, ob die Angehörigen die Stelle weiter mieten) die Stelle an andere vermietet wird. Denn eigentlich will ich selber ja auch nicht, dass bald ein anderer Mensch an der Stelle liegt, wo früher mein Opa lag. Also ich fände das schade.

J.M. Jeder hat das Recht, angemessen verabschiedet zu werden und in Ruhe auf dem Friedhof zu weilen. Dabei wird mir ganz schwindelig, wenn man sich ins Gedächtnis ruft, dass es auch heute noch “Grabräuber” gibt, die nur nach Wertgegenständen Ausschau halten. Zu dem Zeitpunkt waren auch einige Familienangehörige an Gräbern, haben Blumen gegossen und getrauert. Das finde ich wichtig für denjenigen, Trauer zu zeigen, auszudrücken und etwas erleichtert wieder nach Hause zu gehen.

L.E.: (Friedhof) Was mich auch sehr erschreckt hat, ist, dass so viele Menschen schon in ihren jüngsten Jahren verstorben sind oder gar an ihrem Geburtstag. Ein Punkt, den ich allerdings sehr schön finde, ist, dass man sehr viele Gräber sehen kann, bei denen man sieht, dass sehr viel Liebe und Arbeit dahinter steckt. Ein Punkt, der mich allerdings sehr geschockt hat, ist, dass es Menschen unter uns gibt, die auf Friedhöfe gehen, um die Grabblumen und den Grabshcmuck der Gräber zu klauen. Ich kann nicht verstehen, wie man so etwas machen kann. Insgesamt fand ich unseren Ausflug sehr interessant, aber auch erschrekcend und traurig.

M.K.: (Friedhof) Was ich total schön traurig finde, ist die Umgebung, es ist ein trauriger Ort, aber auch ein schöner, weil man dann nochmal an die schönen Sachen denkt, die man mit den Verstorbenen gemacht hat und dass man in ihrer Nähe ist.

M.K.: Die Bestatter haben einen sehr krassen Beruf, und dadurch habe ich sehr viel Respekt, da sie eine 24 Stunden Schicht haben und 24 Stunden einsatzbereit sein müssen.

Y.B.: Ich fand sehr beeindruckend, dass es eine Person gibt, die den Job des Bestatters übernimmt, da der Job viel Mut erfordert. Ausserdem finde ich die Idee gut, einen Raum zu schaffen, an dem man nochmal sich von dem Toten verabschieden kann.

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