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Gedanken zum Tag

Sehnsucht nach Gemeinschaft

Am kommenden Sonntag bleiben die Türen unserer Friedenskirche geschlossen. Eigentlich sollte der Vorstellungsgottesdienst der Konfirmandinnen und Konfirmanden stattfinden, aber nun werden alle Gottesdienste auf unbestimmte Zeit ausfallen. Auch die Konfirmationen werden verschoben. Unvorstellbar, und wie und wann unser Gemeindeleben wieder aufgenommen werden darf, weiß niemand. Das schmerzt, denn unsere Gemeinschaft ist wichtig, die Kirchengemeinde lebt vom miteinander in frohen und in schweren Stunden, und ich möchte Ihnen und Euch sagen, dass ich Sie und Euch vermisse.

Eine Kirche verwaist zu sehen, macht traurig. Ich vermisse die Gemeinschaft, das gemeinsame Gebet, die gemeinsam gesungenen Lieder, das Flüstern und Lachen der Konfirmandinnen und Konfirmanden, die Kinder und Eltern des Kindergottesdienstes und die Gespräche nach dem Gottesdienst bei einer Tasse Kaffee. 

Noch vor zwei Wochen haben wir uns zum Gottesdienst mit einem Lächeln begrüßt und nur das Handgeben vermieden; jetzt gilt in manchen Bundesländern auch das kleinste Versammlungsverbot und selbst die Zusage Jesu „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten unter ihnen“ wird unterbunden.

Ich weiß, dass wir unsere Gemeinde nur schützen können, indem wir Distanz wahren. Eine ganz neue befremdende Erfahrung, und so telefonieren wir, schreiben Emails und Briefe, manche skypen, wir wechseln höchstens kurz ein paar Worte beim Bäcker oder auf dem Markt. Verbundenheit für uns alle können wir im Gebet finden und so unsere Gemeinschaft wahren.

Cross Religion Catholic Christian Community Concept

Viele Kirchengemeinden, auch unsere, versuchen, im Internet tägliche Präsenz zu zeigen, aber so erreichen wir leider nicht alle Gemeindemitglieder. Gerade die älteren, die kein Internet haben, bleiben außen vor. Das fordert unsere Kreativität heraus, und wir alle müssen neue Wege suchen.

​„Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht; es hat Hoffnung und Zukunft gebracht; es gibt Trost, es gibt Halt in Bedrängnis, Not und Ängsten, ist wie ein Stern in der Dunkelheit."

Text: Hans Hermann Bittger (1978) 1983

Melodie: Josef Jacobsen 1935 

Ein Kanon aus unserem Gesangbuch möge uns stärken:

„Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht; es hat Hoffnung und Zukunft gebracht; es gibt Trost, es gibt Halt in Bedrängnis, Not und Ängsten, ist wie ein Stern in der Dunkelheit."

Ich wünsche Ihnen und Euch einen gesegneten Sonntag, mögen alle  gesund und behütet bleiben.

​Autorin: Pfarrerin Andrea Döhrer

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