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Gedanken zum Tag

Wie wird es weiter gehen?

Die Sommerferien neigen sich dem Ende zu. Erholt und voller Zuversicht sollten wir zurückkehren – in die Kitas, die Schulen, an den Arbeitsplatz, in den Alltag. Aber so einfach ist das leider nicht. Die Corona-Infektionszahlen steigen erneut und verunsichern uns Menschen. Kaum waren die ersten Schulen in Mecklenburg-Vorpommern geöffnet, sind sie auch schon wieder geschlossen.

Wie wird es in Nordrhein-Westfalen werden? Und wie werden wir unser Kirchengemeindeleben fortan gestalten können? Was ist wie möglich? Wann gibt es wieder ein Kaffeetrinken im Anschluss an den Gottesdienst? Wie können die Gemeindegruppen fortbestehen oder sich neu finden? Wie kann der Konfirmandenunterricht gelingen?

Oder: Wie soll unsere Kantorei proben, wenn es gilt, einen Mindestabstand von 3 Metern einzuhalten? Wie soll ein Abend der Ehrenamtlichen mit gemeinsamen Buffett durchgeführt werden? Derzeit eine Unmöglichkeit. Oder: Wie gestalten wir unsere Weihnachtsgottesdienste, wenn nur, wie derzeit mit Sitzplan erlaubt, 60 Personen die Kirche betreten dürfen? Und wer möchte nicht an Heilig Abend die Weihnachtslieder mitsingen und dabei ist Singen nicht erlaubt. Und wie ist das mit unserer Heizungsanlage? Ist ihr Heizsystem überhaupt in Corona-Zeiten geeignet? All diese Fragen lassen mich eher ohnmächtig resignieren als phantasievoll nach vorne schauen, auch wenn es ja noch einige Monate dauert. Was also planen?

Gewiss, wir haben uns an den Mund-Nasen-Schutz gewöhnt, und einiges ist derzeit wieder möglich, aber vieles auch nicht. Es gilt weiterhin nach neuen Möglichkeiten zu suchen, aber zugleich ist es schwer, sie zu veröffentlichen. Termine und Rahmenbedingungen, die wir heute beschließen, können morgen überholt sein, weil die aktuelle Situation und neue Vorschriften sie zunichte machen. Deshalb warten alle derzeit umsonst auf einen neuen Gemeindebrief. Eine Sonderausgabe zum Thema „Hoffnung“ haben alle Gemeindemitglieder erhalten, aber die nächste reguläre Ausgabe lässt noch auf sich warten. Das Presbyterium tagt nach den Sommerferien am 20.08.20. Ebenfalls haben wir einen Corona-Ausschuss gebildet, in dem überlegt wird, welche Gruppe sich unter welchen Schutzmaßnahmen wieder treffen kann.

Aber all das braucht Zeit und unterliegt immer möglichen aktuellen Änderungen.

„Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.“

Römerbrief12,12

Die Bibel

Was gibt da Trost und Halt? In der vergangenen Woche habe ich ein älteres Ehepaar aus unserer Gemeinde besucht. Deren biblischer Leitspruch lautet seit Jahrzehnten: „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.“ (Römerbrief 12,12) So haben sie bislang ihr Leben gemeistert.

Fröhlich, geduldig, beharrlich sein – das täte uns allen in diesen Zeiten sicherlich auch gut, denn so viele Menschen sind niedergeschlagen, ungeduldig und unentschlossen, viele haben ein gemeinsames Ziel einfach ausgeblendet oder ganz aus den Augen verloren. Der Spruch aus dem Römerbrief zeigt zweierlei ganz deutlich: Paulus spricht im Plural, er sagt: seid gemeinsam fröhlich in Hoffnung, seid gemeinsam geduldig in Trübsal, seid gemeinsam beharrlich im Gebet. Wir Menschen sind gemeinsam unterwegs und wir sind mit Gott unterwegs. Ihm dürfen wir unser Hoffen und Klagen im Gebet anvertrauen. An ihn dürfen wir unsere Für-Bitten richten für die Menschen und die Nöte, die sie getroffen haben. Und wir dürfen dabei auch beharrlich sein und uns zugleich an mutmachenden fröhlichen Augenblicken erfreuen und für sie dankbar sein.

Ich wünsche uns, dass wir gemeinsam ausharren und beten. Dass wir gemeinsam nach neuen Wegen suchen zum Wohle aller und dass wir einmal gemeinsam fröhlich sein werden, diese Corona-Krise bewältigt zu haben.

Pfarrerin Andrea Döhrer

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